25. Februar 2018
Evangelium: Markus, Kap 8, Vv. 27-35
Homilie des Pontifex Samuel
2. Fastensonntag
An diesem zweiten Fastensonntag meditieren wir über den Abschnitt aus dem Markusevangelium, der uns die erste Ankündigung des Leidens Jesu vorstellt. Der Meister ist sich des Endes, das Ihn erwartet, sehr wohl bewusst. Aber Er lässt sich nicht entmutigen. Im Gegenteil. Er bereitet Seine Freunde vor, unterweist sie und stärkt sie, denn groß ist die Mission, die sie zu erfüllen haben: jedem Geschöpf das Evangelium zu verkünden (Mk 16,15-16), damit jedes Geschöpf zum „Kind“ werden könne (Joh 1,12).
Im heutigen Evangelium steht auch geschrieben, dass wir, um Jesus nachzufolgen, uns selbst verleugnen (Mk 8,34) und unser altes Leben aufgeben müssen, um ein neues Leben zu führen, erneuert im Geist Christi, der von Oben wiedergeboren werden lässt (Joh 3,3). Sich selbst zu verleugnen bedeutet, Jesus mehr zu lieben als die eigenen Gewohnheiten, mehr als die eigenen menschlichen Überzeugungen, mehr als die eigene Familie, mehr als die eigenen Zuneigungen, mehr als die eigenen Freundschaften, nur um Jesus und den Lehren des Evangeliums treu zu bleiben.
Das bedeutet, sein Kreuz auf sich zu nehmen und dem Meister zu folgen. Das bedeutet, am Plan der Liebe und Erlösung Anteil zu haben, den der Vater gewollt hat. Das bedeutet, sich zu vereinen und am Opfer Christi teilzuhaben, der Sein Leben aus Liebe zum Vater hingegeben hat, damit viele, die an Ihn glauben, in den Baum des Lebens eingepfropft werden (Offb 22,14) und das ewige Leben leben können. Das bedeutet, Seine lebendige, fortwährende und pulsierende Messe zu leben, wie Jesus es Seinem Mädchen, Maria Giuseppina Norcia, offenbart hat, der demütigen Dienerin, die von Gott in dieses Land der Liebe gerufen wurde, um der ganzen Welt zu verkünden, dass hier, in der „Kleinen Wiege des Jesuskindes“, die unerschöpfliche Quelle der unendlichen Barmherzigkeit des Vaters ist.
Das Mädchen Gottes, Maria Giuseppina Norcia, hat die Lehre des Evangeliums verkörpert: Um Jesus und der ihr anvertrauten Mission zu folgen, hat sie sich selbst verleugnet und Jesus mehr geliebt als ihre Lieben, mehr als ihre Familie; sie hat ihr Kreuz auf sich genommen und mit ihrer völligen Hingabe an den Vater alles vollendet. Dank ihres Opfers ist diese Kirche entstanden. Dank ihres Opfers sind viele Kinder zum wahren Glauben zurückgekehrt, viele Kinder sind zu wahrem Leben wiedergeboren worden, fasziniert und geleitet von ihrer lebendigen Liebe, ihrem lebendigen Glauben, ihrer mütterlichen Fürsorge, ihrer Beständigkeit und ihrem lebendigen, lebendigen, lebendigen Gebet.
Das ist die Wahrheit des Landes der Liebe, die wir all denen verständlich machen wollen, die die Wahrheit nicht mehr erkennen können, all denen, die eine verzerrte, bequeme Wahrheit erscheinen lassen wollen, um diese Kirche als etwas darzustellen, was sie nicht ist, um Angst und Furcht in die Herzen der Menschen, der Gläubigen, zu schüren, um sie von dieser Kirche fernzuhalten, indem man ihnen mit Exkommunikation droht, dass sie nicht mehr in Gemeinschaft mit Gott leben.
Aber ich sage euch: Es ist der Vater, der entscheidet, wer mit Seinem Herzen in Gemeinschaft ist und wer nicht (1Kor 1,9; 1Joh 1,6). Es ist der Vater, der, indem Er die Herzen der Menschen erforscht, kommuniziert und exkommuniziert, Seinen Bund bricht und erneuert. Fürchtet euch nicht vor dem Urteil von Menschen, die nicht mehr in Gemeinschaft mit dem Herzen des Vaters stehen. Nähert euch ohne Furcht Seiner Wohnstätte, Seinem Land der Liebe. Kommt und seht (Joh 1,46b). Und urteilt in voller Freiheit selbst über die Früchte dieses Baumes (Mt 7,16-20).
Die Welt des guten Willens wird verstehen, welches Haus mit dem Herzen des Vaters in Gemeinschaft steht, in welcher Kirche der Geist des Vaters wohnt und in welchem Haus der Geist Gottes nicht mehr ist. Die Kirche Christi ist die vom Heiligen Geist beseelte, unvergängliche und ewige Kirche, über die die Unterwelt niemals triumphieren kann (Mt 16,18). Aber die Kirche, der der Geist des Vaters genommen wurde, ist nicht mehr die Kirche Christi, sondern eine Kirche, die nur aus Menschen besteht. Und jene Kirche, der der Geist des Vaters entzogen wurde, kann von der Unterwelt überwältigt werden (vgl. Mt 16,23).
Die Wahrheit des Evangeliums soll gründlich und bis ins Detail meditiert werden. Und alles ist in spiritueller Hinsicht zu verstehen. In dem heute verkündeten Evangelium meditieren wir auch über die Gestalt des Petrus und das Bekenntnis seines Glaubens an Christus Jesus (Mk 8,29). Die Gestalt des „Petrus“ muss vertieft und verstanden werden. Der „Petrus“, den Jesus berufen hat, Seine Kirche zu leiten, die die Unterwelt nicht überwältigen wird (vgl. Mt 16,18), ist der spirituelle „Petrus“, der vom Heiligen Geist beseelte „Petrus“, der Christus erkannt hat, wie es in den Evangelien berichtet wird.
Dieser „Petrus“, der Christus treu ist und vom Heiligen Geist erfüllt ist, steht im Gegensatz zu einem anderen „Petrus“, einem menschlichen, nicht spirituellen, der nicht vom Heiligen Geist beseelt ist, der nicht nach Gott, sondern nach den Menschen denkt. Und zu jenem „Petrus“ sagt Jesus: „Vade retro, satana!“ (Mk 8,33).
Also nennt Jesus den „Petrus“ zuerst „selig“ (Mt 16,17), weil er vom Geist des Vaters erfüllt ist. Und auf diesen „Petrus“ gründet Jesus Seine Kirche. Aber später nennt Jesus den „Petrus“ „satan“. In der Ankündigung der Passionszeit, die uns spirituell zur letzten Passion Jesu und Seiner Kinder, der letzten Zeiten, führt, stellt sich „Petrus“ gegen Jesus. Dieser „Petrus“ ist nicht mehr der Petrus, den Jesus „selig“ nennt, auf den Jesus Seine Kirche gründet, sondern ein „Petrus“, den Jesus „satan“ nennt, weil er von einem unheiligen Geist beseelt ist, der ihn dazu bringt, Jesus zu tadeln, nach menschlichem Maß zu denken und den vom Vater gewollten Heilsplan nicht anzunehmen und somit zu verraten.
Diese Worte Jesu veranlassen uns, über die Figur des „Petrus“ in den verschiedenen Zeiten nachzudenken. Sicher ist, dass auch derjenige, der „Nachfolger Petri“ genannt wird, frei ist, das Gute oder das Böse in seinem Herzen anzunehmen, so wie er frei ist, dem Geist des Guten oder dem Geist des Bösen zu folgen. Der Vater hat jedem, ohne Ausnahme, die Freiheit zu wählen geschenkt. Sicherlich passt der Vater dann, je nach den Entscheidungen, die die Menschen treffen, Sein Handeln an und handelt auf die eine oder andere Weise. Die Geschichte lehrt uns, dass der Vater Seinen Bund bestätigt hat, wenn die Menschen Ihm treu geblieben sind. Wenn die Menschen untreu waren und den Geist des Vaters verraten haben, hat der Vater Seinen Bund erneuert (Lk 22,20; Hebr 8,13).
Die Verantwortlichen der Kirche von Rom haben in Freiheit denjenigen zu ihrem Papst gewählt, der der Welt Lehren vermittelt, die nicht mit den Lehren Jesu übereinstimmen. Das hätte nicht geschehen dürfen. Aber in jener Realität hat man die rechtzeitigen Aufforderungen der Mutter Gottes, das Böse aufzugeben, nicht annehmen wollen, wie es an vielen Orten offenbart wurde, die auch von Rom anerkannt sind, wie La Salette, Fatima und Akita in Japan. Viele Heilige haben das unaufhaltsame Böse, das die Glieder jenes Leibes unerbittlich befallen hatte, mit Nachdruck angeprangert. Doch anstatt verzweifelt zu versuchen, jenen Leib zu retten, indem man die verdorbenen Glieder amputiert (Mt 18,8-9), beschlossen die Verantwortlichen jenes Leibes in Freiheit, nicht auf die Stimme des Heiligen Geistes zu hören.
Infolgedessen kann man das Eingreifen des Vaters in die Geschichte verstehen und annehmen, der Seinen Heiligen Geist aus jenem Hof Seiner Kirche, dem Hof Roms, zurückgezogen hat, um Seinen Bund in einem anderen Hof Seiner Kirche zu erneuern und wiederherzustellen, den Jesus für Sich selbst bewahrt hat, und zwar mit Hof des Neuen Jerusalem, wie es Maria Giuseppina Norcia rechtzeitig offenbart worden war und wie es in der Heiligen Schrift geschrieben steht und prophezeit ist.
Wahre Christen leben, um die Familie, die vom Vater gegründete Hauskirche, zu verteidigen, die auf der Unauflöslichkeit der ehelichen Vereinigung zwischen Mann und Frau beruht, wie es Jesus festgelegt hat (Mt 19,3-6; Mk 10,2-9). Das ist die wahre Freude der christlichen Liebe, die sich deutlich von der amoris laetitia der Kirche von Rom unterscheidet. Wahre Christen leben, um die Heiligkeit des Lebens zu verteidigen, von der natürlichen Empfängnis bis zu dem Zeitpunkt, den Gott bestimmt. Kein Mensch kann das „Lebensende“ festlegen, weder für Unschuldige noch für Leidende noch für Todkranke. Wahre Christen leben, damit alle an Jesus glauben und Seine Taufe im Heiligen Geist und Feuer empfangen. Das ist Missionierung, Proselytismus (Mk 16,15-16). Man kann nicht sagen, dass Proselytismus ein feierlicher Unsinn sei. Wahre Christen leben, damit alle an Jesus, den Sohn Gottes, glauben. Man kann nicht sagen, dass alle Gläubigen gleichermaßen „Kinder“ Gottes seien. Nur wer an Jesus glaubt, ist „Kind“ (Joh 1,12). Die anderen sind „Geschöpfe“, denen geholfen werden soll, Jesus kennenzulernen, zu lieben und zu leben. Deshalb tadelte Jesus Petrus: weil er nicht das im Sinn hatte, was Gott will, sondern was die Menschen wollen (Joh 1,12).
Das ist die Wahrheit des universellen christlichen Glaubens. Die Wahrheit ist Substanz, die Wahrheit ist die Essenz der Liebe Gottes, die Wahrheit ist das Leben. Der Rest ist Schein. Es ist keine dauerhafte Wahrheit, sondern eine Wahrheit, die aus Kompromissen besteht, eine persönliche Wahrheit, eine relative Wahrheit, die mächtige Menschen nach Belieben schaffen und zerstören, indem sie glauben machen, was ihnen gerade am besten passt.
Dies ist die Zeit der Fastenzeit, die Zeit, in der wir über das Leiden Jesu nachdenken. Für die wahren Kinder Gottes wird es kein Leiden des Kreuzes und des Todes sein, sondern ein Passion der Auferstehung, der wahren, lebendigen und heiligen Auferstehung, die jedes Kind Gottes und jeden Mann und jede Frau guten Willens dazu bringen wird, dieses Heilige Geheimnis der Rettung in Fülle zu leben, das authentische Christentum in Fülle zu leben, die Liebe des Vaters und Seine unendliche Barmherzigkeit zu erfahren, die an diesem Heiligen Ort in Fülle geschenkt wird.
In dieser Passion wollen wir die Verbindung der Herzen der Kinder mit dem Herzen Mariens erneuern, um zum Herzen Jesu zu gelangen, der jedes Herz mit dem Herzen des Vaters verbindet. So geht von diesem Land die Rettung der Welt aus: eine wahre und heilige Rettung, die nicht ausschließt, sondern alle aufnimmt, die von gutem Willen beseelt sind, alle aufnimmt, die im Innersten ihres Herzens gerecht und heilig sind, wesentliche Waffen, um die Wahrheit zu verstehen.
Diese Kirche wird alle aufnehmen, die auf der Flucht vor anderen Realitäten herbeieilen, um die christliche Authentizität zu leben, in Einfachheit, aber in der Wahrheit. Diese Kirche wird alle Sünder aufnehmen, die auf der Suche nach der unendlichen Barmherzigkeit des Vaters sind, Gläubige und Nichtgläubige. Und zu allen diesen wird gesagt werden: „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr“ (Joh 8,11b). Das ist die wahre Barmherzigkeit Gottes. Nicht die Barmherzigkeit der „doppelten Standards“, die den Anti-Christen die Türen weit öffnet, sie aber den Christen verschließt, insbesondere den unterdrückten und verfolgten Christen.
Jesus, der Sohn Gottes, wird die Menschen guten Willens retten. Der Sohn Gottes wird diejenigen retten, die, obwohl sie die Wahrheit nicht vollständig kennen, von dem guten Willen beseelt sind, heilige und rechtschaffene Menschen zu sein. Der Sohn Gottes wird all diese Menschen retten und sie in den Baum des Lebens einpfropfen (Offb 22,14), damit das Volk Gottes einfach und erneuert, groß und wahrhaftig, heilig und der unendlichen Barmherzigkeit des Vaters würdig sei, die der Vater in diesem Land der Liebe allen schenken will, die sich Jesus mit aufrichtigem Herzen nähern. Und so sei es.