6. Januar 2018
Evangelium: Matthäus, Kap 2, Vv. 1-12
Homilie des Pontifex Samuel
Fest der Epiphanie des Herrn
„Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus hinein und sahen das Kind mit seiner Mutter Maria; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar“ (Mt 2,10-11). Der soeben verkündete Abschnitt aus dem Matthäusevangelium versetzt uns zurück in den Moment, in dem Jesus, geboren von Maria, von drei Weisen aus fernen Ländern aufgenommen wurde; jene Weisen, die sich auf den Weg gemacht hatten, um dem Stern zu folgen (Mt 2,2.7), dem Zeichen, das der Vater der Menschheit geschenkt hat und das sie zur Grotte geführt hat, in der der Vater der Menschheit einen Teil von Sich Selbst geschenkt hat, Christus, den Eingeborenen Sohn (Joh 1,14b; 1Joh 4,9), der, eingepfropft in den Schoß Derjenigen, die das Zeichen ist, Maria, durch den Heiligen Geist (Lk 1,35) Fleisch geworden ist und gekommen ist, um unter uns zu wohnen (Joh 1,14a); das Zeichen der Wahrheit und des ewigen Lebens.
Die Drei Könige bekannten sich nicht zu der Religion, die zu jener Zeit in jenem Land vorherrschte, sondern kamen aus fernen Ländern, in denen andere Kulturen und andere religiöse Überzeugungen herrschten. Obwohl sie das außergewöhnliche Ereignis, das sie erwartete, nicht ganz verstanden, machten sie sich, von gutem Willen beseelt, auf den Weg. Und indem sie dem Stern folgten, fanden sie. Sie fanden, weil sie finden wollten, ohne Angst, sich selbst, ihre eigene Kultur oder ihren eigenen religiösen Glauben in Frage zu stellen. So führte sie der Stern zu dem Retter (Lk 2,9).
Wer das Zeichen Gottes in der Geschichte finden will, der muss es heute wie damals suchen (Mt 7,7), indem er seine menschlichen Gewissheiten aufgibt, indem er seinen Glauben aufgibt und sich vom Stern, Maria, leiten lässt, die das Volk auf seinem Weg zum Retter führt (Apg 5,31; 13,23). Wenn man Maria, dem Stern Gottes, der jeden Mann und jede Frau guten Willens leitet, folgt, wird man niemals die Gegenwart des Geistes des Erlösers aus den Augen verlieren (2Tim 1,10; Tit 1,4; 2,13; 2Petr 1,1), der in der Geschichte wirkt und sich denen offenbart, die Ihn finden wollen.
An diesem Tag wird die Menschheit die Gegenwart des pilgernden Volkes Gottes spüren, das auf seinem Weg die Völker leiten und jedes Herz, das nach der Wahrheit sucht, die lebendige Gegenwart des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes erfahren lassen wird, der in diesem Land der Liebe herabgestiegen ist, um die Herzen der Kinder zum Herzen des Vaters zurückzuführen (Mal 3,24), damit diese Wiege, zweite und letzte Grotte der Erscheinung Gottes, im Herzen aller erstrahlen kann, damit viele die Universalität der christlichen Botschaft annehmen können, die in dieser Mutter Kirche, Ausdruck des Vaters, immer mehr zu hören sein wird.
Um all dies erleben zu können, wird man in dieser Zeit jedes Zeichen, das der Vater der ganzen Menschheit hat schenken wollen, neu verstehen müssen (Jes 7,14; 9,5). Jedes Zeichen, das zu Christus und Seinem Geist führt (Röm 8,9b), das in die Geschichte des Menschen und der Menschheit eingeht, um die Herzen dazu zu bringen, eine Heiligkeit und eine lebendige und totale Treue zum Herzen des Vaters zu leben, in Respekt Seines Willens. Alles, was überliefert wurde, wird erneut vorgelegt und verständlich gemacht werden, damit die christliche Identität in ihrer Essenz verstanden und in ihrer Substanz gelebt werde, ohne Rechtfertigungen oder Verfälschungen seitens derer, die in dieser Zeit zum Förderer des größten antichristlichen Aufstands in der Geschichte Gottes geworden sind, um das wahre Christentum aus den Herzen aller Völker zu tilgen (vgl. 1Joh 2,18). Diejenigen, die zu Abtrünnigen geworden sind (2Thess 2,3) und den Vater haben herausfordern wollen, vergessen, dass alles eine Grenze und eine Zeit hat, die vom Vater festgelegte Grenze und Zeit: „Eine Zeit, zwei Zeiten, eine halbe Zeit“ (Dan 7,25; 12,7; Offb 12,14).
Wer eilte damals herbei, um das Zeichen Gottes anzubeten? Die Priester? Die Gelehrten? Die Klugen? Nein. Nur die demütigen Hirten (Lk 2,15) und die Weisen aus fernen Ländern (Mt 2,1-2). Das lehren uns Jesus und die Geschichte.
Maria, die Mutter Kirche, die Wiege der Liebe des Vaters und der Tabernakel Seiner lebendigen Liebe (Offb 21,2-3), sind das Zeichen, das in diesen Zeiten dieser trockenen und verlorenen Menschheit geschenkt wurde, die ihre Augen und ihre Ohren verschließt, um das Werk der Entchristlichung der Völker nicht sehen und nicht hören zu wollen, die die „Pharisäer“ und den „Herodes“ von heute in die Tat umsetzen, die mit Täuschung und Lüge versuchen, das Zeichen Gottes im Keim zu ersticken (Lk 2,34), indem sie das Herz vieler Unschuldiger (vgl. Mt 2,16) zerstören, jener, die gerufen, berufen sind, die Erscheinung Gottes zu erleben.
Wer das Zeichen des Vaters erkennen und annehmen will, der soll sich auf den Weg machen und dem Beispiel der demütigen Hirten und Weisen aus fernen Ländern folgen, indem er sich von den Pharisäern von heute entfernt, die, obwohl sie Bescheid wussten (Mt 2,4), nicht herbeieilten und denen, die herbeieilen und das vom Vater der Menschheit geschenkte Zeichen betrachten wollten, den Zugang verwehrten.
Heute wie damals soll derjenige, der das Zeichen Gottes, das vom Himmel in dieses gesegnete Land herabgekommen ist, erkennen und annehmen will, sein „Ich“, seine Vorurteile, seine menschlichen Überzeugungen ablegen (Mt 16,24) und sich auf den Weg machen, die Reise antreten, geleitet vom leuchtenden Lebensbeispiel des Mädchens Gottes, das sich mit Weisheit, Klugheit und Treue der Berufung des Vaters hingegeben hat und durch die Verkörperung der Tugenden Mariens viele dazu geführt hat, das Zeichen der Liebe zu betrachten, das der Vater dieser Erde geschenkt hat.
An euch alle, die ihr danach verlangt, die ganze Wahrheit zu erfahren, sage ich: „Kommt, folgt Maria, Derjenigen, die euch durch ihr Lebensbeispiel dazu führt, im Jesuskind das Zeichen (Lk 2,12) zu erkennen, das der Vater zur Rettung dieser Menschheit geschenkt hat. Kommt, eilt zu dieser Wiege der Liebe, der letzten Grotte der Erscheinung Gottes: Werft euch nieder (2Kön 17,36; Ps 29,2; 95,6; 99,5.9; Mt 2,11), um den Geist des Retters (2Petr 2,20) anzubeten, der in dieses Land der Liebe herabgestiegen ist, um allen Seinen Kindern (Joh 1,12) und allen Männern und Frauen guten Willens das Leben zu schenken“ (Lk 2,14). Und so sei es.