3. Juni 2018

Evangelium: Markus, Kap 14, Vv. 12-16; 22-25
Homilie des Pontifex Samuel

Fronleichnamsfest

Heute feiert die Kirche den Corpus Domini, ein großes Fest der gesamten Christenheit. Das Fest des „Leibes Christi“, des lebendigen Brotes, das vom Himmel herabgekommen ist, zu begehen, bedeutet, tief in das Geheimnis Christi einzutauchen, der Sich zum Brot macht, um Sich allen hinzugeben, die daran Anteil haben möchten, um eins mit Christus zu werden und in der Vollendung so zu werden, wie Er ist. Sich mit Christus zu vereinen bedeutet, in Gemeinschaft mit Seinem Herzen zu leben.

In diesem Land der Liebe hat uns der Vater einen Teil von Sich selbst geschenkt, damit alle gesättigt und getränkt werden können („Nehmt und esst alle davon, trinkt“, Mt 26, 26-28; Mk 14,22-24), um das Herz und den Geist zu stärken und wieder rein wie Kinder, weiß wie Tauben (Mt 10,16b) und stark wie wahre Christen zu werden, die kämpfen, um zu siegen, um die Wahrheit zu verteidigen und allen zu verkünden.

Hier hat der Vater Seine Kirche, die Eine, Heilige und Universale Kirche, neu gegründet, damit das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, niemals mit allem vermischt werde, was die Welt anbietet, mit anderen Broten, die nichts Göttliches, Heiliges, Reines, Essenzielles und Substanzielles an sich haben. Hier, auf Seiner Weißen Insel, will der Vater die Reinheit des authentischen Glaubens an Christus bewahren, der nicht mit anderen sogenannten religiösen Philosophien vermischt werden darf, die nichts mit der Authentizität des christlichen Glaubens zu tun haben.

Wer das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist (Joh 6,51), mit dem vermischt, was nicht vom Himmel kommt, der verändert die Authentizität des lebendigen Brotes, das vom Himmel herabgekommen ist. Er verändert seinen Duft, seine Echtheit; er verändert seine Essenz und damit seine Substanz. Das ist in einem anderen Haus geschehen, das dieses Brot mit allem Weltlichen verunreinigt hat, wodurch das ursprüngliche Brot seine besondere Eigenschaft verloren hat: die essenzielle und substanzielle Nahrung für alle Kinder Gottes zu sein, denen dadurch in jenem Haus die lebendige Nahrung vorenthalten wurde, die der Vater ihnen durch Christus geschenkt hatte. Wer vorgibt, die Kinder Gottes ernähren zu wollen, aber in Wirklichkeit Christus verworfen hat, indem er Christus verkauft hat, um Ihn mit anderen sogenannten religiösen Philosophien zu vermischen, die Ihn nicht als den Sohn des lebendigen Gottes anerkennen, der täuscht die Kinder Gottes in vollem Bewusstsein dessen, was er tut. Es handelt sich nicht um einen Fehler, nicht um einen Irrtum, sondern um das lebendige Bewusstsein des Vorhabens, das man verfolgt. Und das macht den Unterschied zu dem, was in der Geschichte des Christentums geschehen ist, wo viele – das ist wahr – Fehler begangen haben, auch diejenigen – die Nachfolger Petri –, die dies nicht hätten tun dürfen. Aber hier haben wir es mit etwas anderem zu tun: nicht mit einem Fehler einiger weniger, sondern mit einem klaren Vorhaben, das bewusst die Grundlagen des Christentums untergräbt. Das ist der wesentliche und grundlegende Unterschied, der das Eingreifen des Vaters in die Geschichte bestimmt hat.

Deshalb hat der Vater in Seiner Allmacht in diesem Land der Liebe Seine Kirche wiederhergestellt und neu gegründet, damit es den Kindern Gottes nicht an der wesentlichen und grundlegenden Nahrung mangelt, die Christus ist, das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. „Nährt euch. Sättigt euch. Genießt seinen Duft. Genießt seine Essenz. Genießt, um mit ihm verschmolzen zu werden und eine einzige Einheit zu bilden, die reichlich Frucht bringt“. An den Früchten erkennt man den Baum, und an den Früchten erkennt man die Wahrheit: Wenn der Baum gut ist, sind auch die Früchte gut (Mt 7,18; Mt 12,33; Lk 6,43); wenn das Brot unbefleckt ist, sind die Früchte rein, um so die Nachfrage all derer zu befriedigen, die hierher kommen auf der Suche nach dem Brot, dem einzigen Brot, das der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (Joh 14,6).

In diesem Land der Liebe wird die Messe gefeiert. Hier ist man und lebt man die Gemeinschaft mit dem Vater. Mit dem Vater in Gemeinschaft zu sein bedeutet, Seinen Willen zu tun, Seine Gebote zu achten und Seine authentischen Lehren zu leben, die sich in Christus offenbaren. Das ist das Wesen des Christentums, das sich in diesem Land der Liebe der ganzen Welt offenbaren will, um die Völker in einer einzigen Umarmung, unter einem einzigen Banner, im einzigen Zeichen zu vereinen: Christus, das lebendige Brot unter den Völkern (Joh 6,51).

Das ist der Unterschied zwischen einem Haus, das ein Brot anbieten und genießen lassen will, das äußerlich gut aussieht, aber in seiner Essenz und seiner Substanz von einem unheiligen Geist verdorben ist, der zum Tod führt; und einem anderen Haus, dieser Kirche, die durch das Wirken des Heiligen Geistes das Brot des Lebens, das wahre Leben, das Christus ist, schenkt und verteilt.

In einem Haus, das in Trümmern liegt, erlebt man den spirituellen Verfall. In jenem Haus lebt man nur noch vom Schein. In jenem Haus gibt es keine Substanz mehr. Man lebt ohne Opfer, und „das“ Opfer gibt es nicht mehr. Und der Schein, der keine Substanz ist, der keine Nahrung ist, führt dazu – hat bereits dazu geführt –, dass sich viele Kinder vom wahren christlichen Wesen entfernen. Viele, die sich Christen nennen, haben in Wirklichkeit das Wesen des Christseins verloren, weil ihnen die essenzielle und substanzielle Nahrung, das wahre Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, das Christus ist, Seine authentischen Lehren, vorenthalten wurden.

Was in den letzten Tagen in Irland geschehen ist, das viele als letzte Hochburg des Christentums, des Katholizismus betrachteten, ist ein leuchtendes Beispiel dafür. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung jenes Landes, die sich als katholisch bezeichnet, hat in einem Referendum für ein Gesetz gestimmt, das es erlaubt, das Leben unschuldiger Kinder im Mutterleib zu vernichten. Aber Gott, der Allmächtige Vater, der höchste Gesetzgeber, hat geboten, nicht zu töten (Ex 20,13; Dtn 5,17; Mt 5,21). Kein Mensch darf sich gegen das Gesetz Gottes stellen. Umso mehr gilt dies für Männer und Frauen, die sich zum Christentum bekennen.

Es wird deutlich, dass das Gewissen der Christen von heute wiedererweckt, neu gegründet und neu geformt werden muss, um alles und jeden zum ursprünglichen Gedanken des Vaters zurückzuführen, der durch Christus Sein Volk dazu bringen will, Sein Gesetz zu leben, nicht aus Pflicht, sondern aus Liebe, aus freier Entscheidung: eine Entscheidung der Liebe der Kinder zum Vater, die diesen Vater lieben, die Sein Herz lieben, die in Gemeinschaft mit Seinem Herzen bleiben wollen. Wenn ein Kind sagt, es liebe Seinen Vater, und nicht tut, was der Vater wünscht, was ist das dann für eine Liebe? Auch menschlich frage ich das heute alle Väter und Mütter, die hier zuhören. Wer den Willen des Vaters (oder der Mutter) tun will, der hält Seine Gebote, Seine Lehren. Das bedeutet, in Gemeinschaft zu leben, Gemeinschaft zu stiften, in Gemeinschaft zu sein (Joh 15,10).

Damit dies geschieht, müssen sich die Christen vom guten, unverfälschten Brot, das Christus ist, nähren. Nicht von einem vermenschlichten Brot, das von Menschlichkeit und – wie man sagt – von „Humanismus“ durchdrungen ist, das nichts mehr mit Christus zu tun hat. In einigen Fällen bleibt nur der Name: Man bedient sich des Namens Christi, aber in Essenz und Substanz erlebt man Ihn nicht mehr. Das ist es, was auch und vor allem an der Führung jenes Hauses geschieht; dass sie das christliche Volk nicht mehr mit dem lebendigen Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, ernähren wollen – und vor allem nicht mehr können. In jenem Haus will man das Volk in Unwissenheit halten, es unterwerfen und es glauben machen – aber nur dem Anschein nach –, dass man Gott liebt, dass man Seine Gesetze verteidigt, aber in Wirklichkeit das Gegenteil tut. Nur Propaganda. Nur Schein. Aber keine Essenz. Keine Substanz mehr. Und so stirbt das christliche Volk. Ohne die wahre, essenzielle und substanzielle Nahrung werden die Gewissen zuerst eingeschläfert und dann langsam sterben gelassen. So erklärt sich der unaufhaltsame Niedergang des Christentums in den Nationen: in dieser Nation, in den katholischen und christlichen Nationen dieses Kontinents und so in der ganzen Welt.

Das Christentum kann nicht nur dem Anschein nach gelebt werden. Entweder gibt es Christentum oder nicht. Entweder lebt man Christus in Seiner Gesamtheit oder man lebt Ihn nicht. Die Zeit ist gekommen – und es ist diese –, in der Christen nicht mehr halbherzig sein können. Entweder ist man heiß oder kalt, sagt uns der Apostel Johannes im Buch der Offenbarung. In diesen letzten Zeiten gibt es keinen Platz für Laue, die aus dem Mund Gottes ausgestoßen, ausgespien werden; so steht es im Buch der Offenbarung geschrieben (Offb 3,15-16).

Das bedeutet nicht – versteht mich richtig –, Fundamentalisten zu sein, wie der römische Papst sagt und mehrfach gesagt hat (er hat das auch über den heiligen Franziskus gesagt, nicht ausdrücklich, aber indem er alles leugnete, was der heilige Franziskus getan hat, um alle zu bekehren, die nicht der wahren Religion angehörten: indem er selbst hinging und nicht andere kommen ließ, um sich etwas aufzwingen zu lassen). Das bedeutet, wahrhaftig und authentisch sein zu wollen, um in den wesentlichen Werten mit Christus vereint zu bleiben. Ich wiederhole: nicht Schein, nicht Propaganda, sondern Substanz. Wer hungrig ist, der nährt sich nicht von leeren Worten. Wer nach Christus hungert, der will sich von Seinem wahren und authentischen Brot ernähren, um mit Seinem Herzen in Gemeinschaft zu bleiben, um Seine Messe zu erleben, die hier, in diesem Land der Liebe, „lebendig, fortwährend und pulsierend“ ist, wie Jesus es Seinem Mädchen offenbart hat und wie sich viele von euch erinnern. Man kann das Volk nicht in Unwissenheit halten, unter der Erpressung von „Exkommunikationen“ – wenn du nicht mehr in Gemeinschaft mit dem Herzen des Vaters bist, welchen Wert hat dann diese Exkommunikation? Menschlich, aber sicherlich nicht mehr göttlich – oder indem man glauben machen will, dass man die Einzigen sind, die die „Macht“ haben, „das Brot zu verteilen“. Die Religion kann niemals zu einer „Macht“ werden, denn in dem Moment, in dem sie dies wird, stirbt sie. Diese Macht verleiht Gott, der Allmächtige Vater, denen, die Ihm treu sind, denen, die im Wesentlichen und im Kern Seine Lehren respektieren und lehren, sie zu respektieren, ohne sie zu verdrehen, ohne Christus zu verleugnen, Ihn zu verkaufen, mit anderem zu vermischen, Ihn „Teufel“, „Schlange“ oder „hässlich, dass es einen mit Abscheu erfüllt“ zu nennen.

Viele Christen haben das Bewusstsein dafür verloren, was es bedeutet, Christ zu sein und als Christ zu leben. Dies ist die Folge der Theorie des „neuen Humanismus“, die viele lehren, wie der römische Papst, der sich an die Mächtigen der Welt wendet, mehrfach bekräftigt hat, indem er erklärte, er träume von einem „humanistischen Europa“, das den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt. Den Menschen oder Gott, den Gottmenschen Jesus Christus? Der Unterschied ist wesentlich. Ist es der christliche Humanismus oder der antichristliche Humanismus, der den Menschen im Gegensatz zu Gott, zu Christus, in den Mittelpunkt stellt, jener Humanismus, der den Menschen dazu verleitet, zu glauben, er sei unabhängig von Gott, er könne ohne Gott auskommen?

Auf diesen Humanismus hat in den letzten Tagen auch der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz der römisch-katholischen Kirche gegenüber dem neuen italienischen Ministerpräsidenten hingewiesen. Ich sage Ihnen: Das italienische Volk braucht etwas anderes. Ich sage dies in Demut und mit Respekt gegenüber demjenigen, der sich anschickt, dieses Volk zu regieren. In diesem Sinne ist es mein Wunsch, dass derjenige, der berufen ist zu regieren, dies auch tun kann, indem er das Gemeinwohl in den Mittelpunkt stellt, damit dieses Volk wieder in wahrem Wohlstand und wahrer Gerechtigkeit leben kann, damit niemand jemals seine Würde verliert. Deshalb müssen viele Menschen arbeiten können, um ihre Würde nicht zu verlieren: das ist für viele der wahre Notstand.

Das italienische Volk muss seine christlichen Wurzeln verteidigen, es muss seine christliche Tradition lebendig halten können, indem es auf Christus, den Gottmenschen, schaut, der immer mit erhobenem Kopf und geradem Rücken gegangen ist, ohne sich der Erpressung anderer zu beugen, die Ihn benutzen und dann wegwerfen wollten. Wahre Brüderlichkeit, wahre Einheit basiert auf gegenseitigem Respekt zwischen Völkern und Nationen; sie respektiert die Traditionen und Besonderheiten jedes Volkes und jeder Nation, sorgt für die Einhaltung von Pflichten und lässt gleichzeitig die Rechte niemals außer Acht. Die wahre Union, die sich in der Brüderlichkeit manifestiert, unterdrückt oder nutzt die anderen Mitglieder nicht aus, indem sie ein einheitliches Denken vorschreibt, die Grundlagen der Nationen untergräbt und nur einige wenige an ihre Pflichten erinnert.

Das ist mein inniger Wunsch für diejenigen, die sich nun anschicken, diese Nation zu regieren. Und je mehr dies gelingt, desto mehr wird man die Gunst des Vaters genießen, der dieses Land der Liebe für die endgültige Vollendung Seines Heilsplans für die Menschheit ausgewählt hat, wo der Vater Seine Wohnstätte errichtet hat und wo es den direkten Kontakt mit dem lebendigen Brot gibt, das das Leben ist und das wahre Leben schenkt.

Hier sind die Kinder dem Vater nahe. Das ist die lebendige und heilige Beziehung, die alle in einer einzigen Umarmung vereint, damit sich alle als integraler und lebendiger Teil des einzigen mystischen Leibes fühlen, der Christus ist, der die Universalkirche ist (1Kor 12,27), die ihre Kinder zum endgültigen Sieg führen wird, um die Menschheit zur endgültigen Erlösung zu führen, damit Christus… – und die Posaunen werden erschallen und laut und hoch zu hören sein: Blast die Posaunen nicht ab, lasst sie erschallen… – damit Christus, der einzige Retter der Welt, durch das Unbefleckte Herz Mariens erkannt und geliebt, gepriesen und zum König der Könige und Herrn der Herren ausgerufen werde (Offb 17,14; 19,16). Und so sei es.