1. April 2018
Evangelium: Markus, Kap 16, Vv. 1-8
Homilie des Pontifex Samuel
Ostersonntag
Am ersten Tag nach dem Sabbat hat Christus den Tod besiegt und uns das Leben zurückgegeben. „Erschreckt nicht“ (Mk 16,6a), sagte damals jener junge Mann, wie es Johannes Paul II. in diesen Zeiten am Vorabend des neuen Jahrtausends mehrfach wiederholt hat. Jesus, der Gottmensch, hat gesiegt (2Tim 1,10). Keine Furcht. Und nach Seinem Vorbild ist es jetzt wie damals die Aufgabe eines jeden, zu siegen. Die Angst besiegen. Die Dunkelheit besiegen. Die Angst besiegen. Die Verzweiflung besiegen. Den Tod, jeden Tod besiegen, um das wahre Leben zu leben.
Der Vater hat dieses Land der Liebe gewählt, damit Seine Kinder siegen und für die Ewigkeit auferstehen. Jesus sagte damals: „Ich gehe, um euch einen Platz zu bereiten. Ihr könnt nicht kommen. Wenn ich euch den Platz vorbereitet habe, komme ich wieder“ (Joh 14,2-3). An diesem heiligen Ort hat Gott Seine Wohnung errichtet (Offb 21,3), um Seine Kinder und alle Männer und Frauen, die von gutem Willen beseelt sind, aufzunehmen, damit sie schon jetzt das verheißene Reich erleben können, in der Erwartung, dass sich alles endgültig erfüllt. Das ist der Schatz, der vor den Weisen der Welt verborgen ist (Mt 13,44), den der Vater allen Friedensstiftern geschenkt hat (Mt 5,9), damit Sein Friede in den Herzen Seiner Kinder und in allen Menschen triumphiert, die, von gutem Willen beseelt, leben und zu neuem Leben auferstehen wollen. In diesem Land der Liebe lebt der Geist des auferstandenen Christus, der Seine Kinder zur ewigen Auferstehung führt; der ewigen Auferstehung, die durch die Aufhebung des eigenen „Ichs“ erfolgt, damit der wahre Gott und Seine Lehren im Herzen bestehen.
Wer dieses Land der Liebe lebt, ist aufgerufen, jedes Gefühl zu vernichten, das nicht zu Gott führt: das Gefühl der Rache, der Rebellion und der Verleugnung. Wer Christus wirklich leben will, der muss sich seiner selbst entledigen (Mt 16,24; Mk 8,34; Lk 9,23) und sein „Ich“ ans Kreuz genagelt zurücklassen, um in Christus auferstehen zu können, indem er auf das Kreuz blickt, das die Welt erleuchtet, Quelle des Lichts, Quelle des Lebens, um als Protagonisten an der Rettung Anteil zu haben, gemeinsam mit Christus, dem Auferstandenen, um in dieser letzten Zeit das Christentum zum Sieg und zum Triumph zu führen. Diese Mutter Erde, greifbares Zeichen der Auferstehung der Kinder Gottes, wird diese verdorrte und verlorene Menschheit wieder auferstehen lassen, eine Menschheit, die Opfer eines tiefen und letalen, tödlichen und totalen Schlafes geworden ist, den viele mit ihren Taten und Worten gewollt und herbeigeführt haben; und den sie immer noch herbeiführen.
Wer am Vorabend dieses Osterfestes die christlichen Lehren aufhebt, indem er zu verstehen gibt, dass es keine Hölle gebe und dass die sündigen Seelen verschwinden, wie es der römische Papst getan hat, der leugnet Jesus und Seine Wahrheit, der leugnet die Offenbarung Jesu (Mt 5,22; 18,8-9; 25,41; Mk 9,43-47; Lk 3,17; 12,5) und damit Seine Auferstehung. Das ist der Tod des Herzens und der Tod der Seele, den viele herbeiführen möchten, indem sie die tiefe und aktuelle Bedeutung der Auferstehung Christi negieren.
„Lasst die Toten ihre Toten begraben“ (Lk 9,60), sagte Jesus. Folgt dem Auferstandenen. Lasst hinter euch, was Tod ist. Christus hat den Tod besiegt und uns das wahre Leben geschenkt. Müht euch nicht ab, ständig an diejenigen zu denken und ihnen zu folgen, die in ihrer Seele tot sind und den Tod bringen. Lebt. Erlebt Christus, der den Tod besiegt und uns das wahre Leben geschenkt hat. Christus zu lieben bedeutet, sein Leben zu verlieren, um es neu und erneuert in Dem wiederzufinden, der auferstanden ist (Mt 16,25b; Mk 8,35b; Lk 9,24b), in Dem, der den Tod ans Holz des Kreuzes genagelt hat und in den Himmel aufgefahren ist. Das ist heute das Osterfest der Auferstehung der Kinder Gottes: lebendig zu sein, nicht mehr einem Willen unterworfen zu sein, der nicht göttlich ist, sondern ein Feind Gottes und der Kinder Gottes ist.
„Seid frei. Lebt Christus, den Auferstandenen. Lebt Seine authentischen Lehren„.
Wer das Osterfest Christi erleben will, der lasse sich immer mehr von Seiner Gesinnung leiten, um Seine Brüderlichkeit, Seine Liebe wieder in den Mittelpunkt zu stellen und wahre Anbeter im Geist und in der Wahrheit zu sein (Joh 4,23). „Die Freiheit wird uns frei machen. Die Freiheit, die Christus schenkt, lässt uns zu Kindern und Brüdern werden. Lebt nicht erneut als Sklaven einer Welt, die Christus und Seine Kinder nicht liebt. Christus ist am Kreuz gestorben, um Seine Kinder von dem schweren Joch zu befreien, das die Inhaber menschlicher und religiöser Macht den Kindern Gottes auferlegt haben„. Das Jesuskind ist auf dieses Land der Liebe herabgestiegen, um die Kinder Gottes erneut von der hinterhältigen Sklaverei derer zu befreien, die im Namen einer scheinbaren Freiheit diese in Wirklichkeit verweigern und die Kinder Gottes in einem Zustand der Sklaverei und Lieblosigkeit, der Dunkelheit und völligen Gleichgültigkeit, der lebendigen und wahren Apathie leben lassen.
Jesus hat in Seiner Demut und mit Seiner Beständigkeit, mit Seinem liebevollen Gehorsam gegenüber dem Vater den Tod besiegt und die Welt besiegt. Das sind die Tugenden eines jeden Christen. Wer den christlichen Geist nicht lebt, der wird von innerer Rebellion beseelt, nach dem Vorbild dessen, der sich von Anfang an gegen Gott, den Allmächtigen Vater, auflehnte.
Christus und Maria haben in ihrer Demut und in ihrem lebendigen und vollkommenen Gehorsam den Geist der Rebellion besiegt, der im Bösen und in seinen Kindern lebt. Maria hat den Bösen besiegt (Gen 3,15). Und die Kinder Marias, die von ihrem lebendigen Geist genährt werden, sind heute aufgerufen, jenen bösen Geist zu besiegen.
Wer siegen will, der schaue auf Maria, auf ihr Beispiel. Maria hat sich niemals gegen den Vater aufgelehnt. Maria hat unter dem Kreuz zusammen mit ihrem Sohn gesiegt, trotz des Leidens. Wer behauptet hat, Maria habe sich unter dem Kreuz gegen Gott aufgelehnt und in ihrem Herzen gesagt: „Lügen! Ich bin getäuscht worden“, der ist nicht von Gott, der kann nicht von Gott sein. Er kann nicht vom Geist beseelt sein, der vom Vater und vom Sohn ausgeht. Dies hat der römische Papst in einer öffentlichen Predigt bekräftigt. In einer anderen Predigt sagte er auch, dass auch die Rebellion gegen Gott ein Gebet sei und dass auch das „Geheimnis“ Jesu am Kreuz dies sei: „Wenn Jesus klagt – ‚Vater, warum hast du mich verlassen?‘ (Mt 27,46; Mk 15,34) – lästert er dann?“ Das ist nicht das Geheimnis des Kreuzes und der Auferstehung. Dieses sogenannte „Geheimnis“ gehört nicht zu Gott und den Kindern Gottes. Diese Lehren sind antichristlich. Ein Papst, der sich als Christ bezeichnet, kann so etwas nicht behaupten. Irren mag menschlich sein, aber darauf zu beharren ist sicherlich teuflisch. Es nützt nichts, vorzugeben, den Herrn mit dem Mund zu ehren, wenn im Herzen nicht der Geist Christi wohnt, sondern ein Geist, der Christus entgegensteht. Nicht wer sagt: „Herr, Herr“, wird auferstehen, sondern wer den Willen des Herrn lehrt und ihn tut (Mt 7,21), indem er lehrt, dem Herrn treu zu bleiben, dem Herrn mit Liebe zu gehorchen, ohne sich jemals gegen den Herrn aufzulehnen, wie Maria es immer getan hat (Lk 1,46-48), auch zu Füßen des Kreuzes (Joh 19,25).
Das Opfer Jesu und das Opfer Marias dürfen jetzt nicht von denen besudelt werden, die die Göttlichkeit Jesu und der Mutter Gottes aus den Herzen der Kinder Gottes entfernen wollen. Das Geheimnis von Ostern ist nicht das Geheimnis des Zweifels, der Gotteslästerung oder der Rebellion. Das Geheimnis von Ostern Jesu und Marias ist das Geheimnis der Treue, des liebevollen Gehorsams, der völligen Hingabe an den Willen des Vaters (Lk 1,38; Lk 23,46), das zum Sieg geführt hat. Nur in der Hingabe an den Willen des Vaters, in der Treue, im liebevollen Gehorsam gelangt man zum Sieg. Nicht im Zweifel und in der Rebellion gegen Gott. Nicht, indem man diese Gefühle in die Herzen derer legt, die in gutem Glauben zuhören.
Dies gesagt, sollen wir auch gut verstehen, dass das Geheimnis von Ostern den Christen helfen soll, sich der Gottheit und der Verbindung zwischen Jesus und Maria anzunähern und sie vollständig zu verstehen, um zu begreifen, dass das Opfer des Sohnes eng mit dem der Mutter verbunden ist.
Es kann kein Ostern geben, ohne das Opfer Marias in Verbindung mit dem ihres Sohnes zu verstehen. Diejenigen, die dem Opfer Marias nicht die gleiche Bedeutung beigemessen haben, werden in ihrer Torheit verharren. Maria hat die lebendige, fortwährende und pulsierende Messe des Sohnes gelebt, indem sie mit Ihm auf Golgatha jenen Kelch bis zum letzten Tropfen getrunken und so in der Totalität am Erlösungsopfer des Sohnes teilgenommen hat. Zwei Herzen, vereint im einzigen Geist, der aus dem Herzen des Vaters kommt.
Das ist das Osterfest der Kinder Gottes, das wahre und große Fest der wahren Kinder Gottes, derer, die an Den glauben, Den lieben und für Den leben, der ist, der, auferstanden, lebt und für die Ewigkeit leben lässt. „Christus ist auferstanden, Halleluja“. „Er ist wahrhaft auferstanden, Halleluja, Halleluja“. Das ist der Freudenhymnus der Kinder Gottes. Das ist der heilige Gruß, den sich die Kinder Gottes an diesem Tag austauschen, heute wie damals. „Ihr sucht Jesus, den Auferstandenen? Sucht den Lebenden nicht bei den Toten. Geht, Er geht euch voraus“ (Mt 28,5-7; Mk 16,6-7; Lk 24,5-6), sagten sie damals.
In dieser Zeit sage ich nun: „Kommt. Kommt und seht den Platz, den Jesus vorbereitet hat. Kommt und seht das Neue Jerusalem, die Wohnstätte Gottes unter den Menschen (Offb 21,2-3). Der Geist des Sohnes Gottes erwartet euch, um euch bereits jetzt zu neuem Leben auferstehen zu lassen, damit ihr das wahre Leben lebt, das der Vater an diesem heiligen Ort allen Seinen treuen Kindern und allen Männern und Frauen, die von gutem Willen beseelt sind, hat schenken wollen. Das ist Ostern. Das ist der Weg, der uns zum ewigen Osterfest führt“.
Von diesem heiligen Berg aus hat der christliche Aufbruch wieder begonnen. In dieser letzten Zeit, die der Menschheit gegeben ist, wird jeder, der will, kommen und Gott in Geist und Wahrheit anbeten (Joh 4,23-24), um die ganze Wahrheit zu erleben und zu erkennen (Joh 16,13), vom lebendigen Wirken des Heiligen Geistes genährt zu werden, um erneuert und für würdig befunden zu werden, Seinen Blick zu empfangen. Und so sei es.