15. August 2019
Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel

Evangelium: Lukas, Kap 1, Vv. 46-55
Homilie des Pontifex Samuel

Das ist unser Glaube:
Maria vermag alles

Siehe, das Fest! Das lang erwartete Fest von uns Kindern dieser Mutter Kirche, Kindern Marias, die wir heute feierlich die Königin des Himmels und der Erde ehren wollen, die Miterlöserin (Lk 2,34-35), die Magd, die durch die Gnade des Vaters auserwählt und zur Königin gekrönt wurde, die mit ihrem „Ja“ (Lk 1,38) das Geheimnis der Erlösung ins Leben gerufen hat, diejenige, die unter allen Frauen (Lk 1,41-42) wegen ihres reinen und makellosen Herzens auserwählt wurde, diejenige, die selig ist, wie wir es in diesen Worten des Himmels gehört haben, die uns der Evangelist übermittelt hat und schenkt, damit wir nun darüber nachdenken und sie erleben (Lk 1,39-56); und damit jeder von uns heute nach dem Vorbild dieser guten und zärtlichen Mutter aufstehe und sich mit dem Licht bekleide, sich vom Licht Christi bekleiden lasse (Jes 60,1), so wie sie es getan hat, dem Licht, das von hier ausstrahlt, um alle Völker zu leiten (Joh 1,9).

Deshalb, um dies zu tun, muss sich jeder seiner selbst entäußern und sich mit dem Licht Christi bekleiden lassen, so wie es Maria, unsere gute und zärtliche Mutter, die Magd des Herrn, getan hat, um mit Seiner Gnade, Seiner unendlichen Gnade (Eph 4,7), bekleidet zu werden, um ein Beispiel für diese Universalkirche zu sein, die den Vater wieder in den Mittelpunkt stellen will, den guten und heiligen Vater, den so viele vor so vielen Kleinen und Niedrigen versteckt haben und verstecken wollten. Nicht hier! Hier geschieht alles im Licht der Sonne. Die Sonne ist aufgegangen, so steht geschrieben, und sie wird nie wieder untergehen (Lk 1,78). Nichts, was jetzt gut zu wissen ist, wird verborgen bleiben. Alles wird in diesem Land der Liebe gelebt.

Das Licht Christi umhüllt die Kinder Marias (Joh 8,12), die diese Mutter ehren und sie erleben, um sie allen zu vermitteln, die ihre Tugenden verkörpern wollen, so wie es dieses Mädchen getan hat, Maria, indem sie vollkommen jene Tugenden verkörperte, die sie für uns zu einem lebendigen Vorbild, zu einer spirituellen Mutter machen, damit wir alle, wenn wir auf ihr Beispiel schauen, unsere Augen zum Himmel erheben, Maria und ihre Tugenden betrachten und sie in ihrer Gesamtheit verkörpern können.

Das ist es, wozu wir berufen sind: den vielen Kleinen, die Christus und Maria lieben, all dies zu vermitteln; vielen, die den Weg verloren haben (Joh 14,6) und Ihn suchen, Ihn finden wollen und hierher kommen, in dieses Land der Liebe, um das Beispiel der Kinder Marias zu sehen, damit sie den Wunsch verspüren, ihre Tugenden zu verkörpern, um ein schönes, heiliges, ausgeglichenes Leben zu führen und alles, was der Vater wünscht, wieder in den Mittelpunkt zu stellen: Gott, Familie, Arbeit. So wird alles in jenem heiligen Gleichgewicht gelebt, das uns schon auf dieser Erde den Himmel erleben lässt.

So hat Maria, indem sie in den Himmel aufgefahren ist, uns den Himmel nähergebracht, um ihn zu verbinden und uns bereits auf dieser Erde erleben zu lassen (Offb 21,3). Ein Tag der Verbindung, damit wir bereits jetzt, mit immer lebendigerem Bewusstsein, jenes Reich erleben können, das der Vater uns schenken wollte (Jes 9,5-6; Offb 21,2). Wer Christus und Maria in Vollkommenheit lebt, in der Vollkommenheit, mit Vollkommenheit ihr Herz leben zu wollen, der erlebt bereits das Reich, in der Erwartung, es in Seiner Vollkommenheit erleben zu können, wenn alles vollendet und erfüllt sein wird (Offb 21,4; 22,3-5). Das ist das Bewusstsein, mit dem wir Tag für Tag leben, mit dem wir in diesen Tagen wandeln, um diesen Tag und alles, was uns erwartet, zu erleben.

Daher dann ein rechtschaffenes, korrektes, ausgeglichenes, heiliges Leben, um nach dem Vorbild Marias, nach dem Vorbild des Mädchens, das vom Herrn auserwählt und zur Königin gekrönt wurde, nach seinem Vorbild, wahre Männer, wahre Frauen und somit wahre Christen sein zu können.

Das ist das Wesen des Christentums. Das ist das Wesen des Lebens, das der Vater uns leben lassen will, jetzt mehr denn je, in diesen harten und schwierigen Zeiten, in denen es viel Apathie und Desinteresse gibt. Wer hat noch Interesse daran, Gott in Seiner Ganzheit zu erleben? Wer hat noch Interesse daran, Gott und die Geheimnisse Gottes zu suchen, um diesen verborgenen Schatz zu finden (Mt 13,44)? Nur wenige, weil sie von anderen Dingen angezogen werden. Hier, in diesem Land der Liebe, haben dank des Beispiels dieses Mädchens viele den Wunsch wiedergefunden, Gott an die erste Stelle zu setzen und so Maria mit derselben Intensität der Liebe zu leben, mit der man Christus lebt. Christus und Maria, Maria und Christus, in jener gleichen Würde, die der Vater jedem Mann und jeder Frau verliehen hat.

Maria, die voller Gnade ist (Lk 1,28): die Begnadete, diejenige, die mit der Gnade Gottes erfüllt ist, die Selige (Lk 1,45) und für alle Ewigkeit selig genannt werden wird, die unaufhörlich zum Vater für jedes ihrer Kinder betet, damit wir, ihre Kinder, unsere Augen zum Himmel erheben und diese Mutter anrufen und sie um jede Gnade bitten können, körperliche und spirituelle Gnade. Damit haben wir heute, zu Beginn dieses heiligen Tages, begonnen, und so werden wir auch weiterhin tun: zu Maria beten, damit sie für jeden von uns beim Vater Fürsprache einlegt, und der Vater uns jede Gnade gewähre.

„Bittet heute im Namen Marias um jede körperliche und spirituelle Gnade“. Ich wiederhole es und sage es euch noch einmal: „Bittet, bittet, denn in Maria gewährt der Vater alles. Maria vermag alles“. Das ist die besondere Gnade, die der Vater dieser Frau verliehen hat, die Er als Tochter, als Braut und als Mutter wollte.

Das ist die unendliche Liebe dieses Vaters, der sich eine Mutter (Lk 1,43) und eine Braut hat geben wollen, um sie uns als universelle Mutter zu schenken (Joh 19,25-27), damit jeder von uns sie nicht nur als Königin betrachte – und das ist sie, Königin des Himmels und der Erde –, sondern sie als universelle Mutter betrachte und erlebe, in der Gewissheit, eine Mutter zu haben, die uns in diese Vereinigung zwischen Himmel und Erde, in diesen lebendigen Geist leitet, der das Herz dieser Mutter mit all ihren Kindern, mit uns allen, ihren Kindern, verbindet.

So hat der Himmel dieses Fest, wie wir gesagt haben, als das zweit schönste Fest erlebt, in der Erwartung, dass wir das noch schönere Fest der Vollendung und Erfüllung der Wiederkunft, der Rückkehr des Herrn (1Kor 15,24-26) erleben dürfen. Wir erleben nun alles mit einem lebendigen und vollständigen Bewusstsein im Vergleich zu dem, was zuvor gelebt wurde. Jetzt – dieses Fest – erleben wir mit noch größerem Bewusstsein, denn mit Bewusstsein erleben wir den Weg, der uns zur Rückkehr des Herrn führt (Jes 9,6; Mk 13,26; Apg 1,11; Offb 1,7), die hier bereits ist. In diesem Land der Liebe hat der Vater einen Teil von Sich und Seinem Herzen geschenkt, damit wir wieder die Wonnen des Himmels erleben können und damit das, was Himmel ist, wieder in den Mittelpunkt rückt. Wir erleben diesen Himmel, und in dem Moment, in dem Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgefahren ist, erleben wir den Himmel noch mehr; man muss es nur von ganzem Herzen wollen. Lasst euch nicht von dem ablenken, was Welt und Weltlichkeit ist. Es ist gut, alles mit jenem heiligen Gleichgewicht zu leben, das uns zu wahren Männern und Frauen macht, aber das Herz gehört bereits dem Himmel: Das Herz gehört bereits zum Himmel. Wenn man jeden Tag seines Lebens mit dieser Intensität lebt, dann lebt man bereits auf dieser Erde die Heiligkeit, weil man heilig sein will, und obwohl wir uns immer weiter vervollkommnen müssen, steigen wir nach dem Vorbild Marias auf, steigen wir auf, steigen wir auf, um jenen Himmel bereits zu erleben, den Maria uns gebracht hat, um ihn bereits jetzt auf dieser Erde zu erleben.

Bleibt konzentriert auf das, was Himmel ist, bleibt konzentriert auf das, was Geist ist (Joh 3,6), damit der Geist, der vom Vater und vom Sohn ausgeht und in Maria ist, in das Herz eines jeden von uns eintreten kann, dieses Herz formen und es immer mehr so machen kann, wie der Vater es wünscht, damit wir uns der Welt als wahre Menschen und wahre Christen zeigen können (Röm 8,11-14).

Das ist das Beispiel Mariens, der Magd, die der Vater mit Seiner Gnade erfüllt hat und die nun alles vermag. Nach ihrem Vorbild, indem wir ihrem Lebensbeispiel folgen, ist dies der Weg, den der Vater von uns verlangt, um Sein Herz zu ehren, um diese lebendige Kindschaft zu offenbaren, die uns mit Seinem Herzen verbindet: Maria und ihre Armee, ihre Kinder, die ihr Unbeflecktes Herz triumphieren lassen wollen, um das einzige primäre Gut wieder in den Mittelpunkt dieser Welt zu rücken: Christus und das Christentum.

„An Dich, Heiliger Vater, richte ich heute zusammen mit diesen Brüdern mein Gebet, damit Du auf die Fürsprache Marias allen Deinen Kindern, die auf Dich hoffen, jede Gnade schenken mögest, damit nach dem Vorbild Marias, Deiner und unserer guten und zärtlichen Mutter, Du, Heiliger Vater, Deine treuen Kinder, die sich Dir anvertrauen und auf sie hoffen, mit Deiner Gnade erfüllen mögest, so wie Du es mit Maria getan hast. Und so vertraue ich heute, Vater, all jene, die Deine Kinder leiden lassen, Deiner Barmherzigkeit und Deiner barmherzigen Gerechtigkeit an, damit Du in Maria, mit Maria, durch Maria erneut Deinen Arm ausstrecken (Lk 1,51) und Deinen Kindern, die auf Dich hoffen, die für Dich leiden und die in Deinem Sohn und mit Dir siegen wollen, Gerechtigkeit widerfahren lassen kannst“. Und so sei es.