16. November 2025

Evangelium: Matthäus, Kap 25, Vv. 1-13
Homilie des Pontifex Samuel

Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen:
seid klug und nicht töricht, seid die heiligen Jungfräulichen

Geliebte Brüder und Schwestern, hier sind wir wieder, am Tag des Herrn, um das Mahl des Herrn zu feiern und zu erleben, um am Hochzeitsmahl teilzunehmen (Mt 26,26-29). Wir warten die ganze Woche darauf, uns am Tag des Herrn zu versammeln und vom Herrn, von Seinem lebendigen Brot, genährt und gesättigt zu werden, das bereit ist, sich erneut hinzugeben, damit alle, die das Leben haben wollen (Akt des Magisteriums, „Die wahre Gemeinschaft mit dem lebendigen Brot, das vom Himmel herabgekommen ist„, 02.06.2024) es in Fülle haben für die Ewigkeit (Joh 10,10).

Und wir setzen unseren Weg fort, indem wir über die letzten Seiten des Matthäusevangeliums meditieren, die eschatologischen Reden Jesu, die uns helfen zu verstehen, „wie“ wir das Reich erleben sollen, und die allen verkünden, „wie“ das Reich sei. Wir wissen, dass die Rückkehr des Herrn ein Weg ist (Offenbarung Jesu an Maria G. Norcia, „Die Rückkehr Jesu„, 30.10.1994), also eine Reise, auch wenn dann punktuell Zeichen und Erkenntnisse kommen (Mt 24,30). Das haben wir auch bei der Geburt des Erlösers gesehen: Er wurde punktuell geboren, aber bevor Er sich offenbarte, wurde ein Weg zurückgelegt, auch wenn für diejenigen, die Ihn zum Schluss getroffen haben, jener der punktuelle Moment war. Versteht die Dynamik, mit der Gott wirkt (Jes 55,8-9), und versteht folglich auch die Worte, die im Evangelium geschrieben stehen.

Hier spricht Jesus zu uns über das Gleichnis von den „zehn Jungfrauen“. Es sind zehn Jungfrauen; die Zahl Zehn führt uns also zur Fülle. Es ist eine volle Zahl: also die Fülle der Kirche, wir könnten sagen, die Fülle der Christen. Aber fünf sind klug und fünf sind töricht; es reicht also nicht aus, sich Christ zu nennen, in der Fülle zu sein, um sicher sein zu können, das Ziel zu erreichen (Mt 7,21). Man muss klug sein; man darf nicht töricht werden. Sonst riskiert man, alles zu verlieren.

Dann gibt es das Symbol der „Lampe“. Diese Jungfrauen nehmen die Lampe mit. Was stellt die Lampe dar? Die Lampe ist das Herz, besser wäre zu sagen die Seele eines jeden von uns, die das Licht trägt. Das ist das Herz, die Seele, die das Licht, das Christus ist, enthält und offenbart (Joh 8,12). Im Herzen der Christen dies soll sein. Die Seele der Christen soll erleuchtet sein, um allen das Licht Christi zu bringen (Akt des Magisteriums, „Die Gemeinschaft in dem einzigen Glauben: Christus„, 11.05.2025), damit alle, die Christen begegnen, Christus, der in diesem Herzen, in dieser Seele ist, begegnen können (2Kor 4,6).

Damit die Lampe jedoch leuchten kann, also eine Flamme hat, braucht sie „Öl“. Und was ist das Öl? Es ist der Heilige Geist, der Heilige Geist Liebe (Röm 5,5), jener Heilige Geist, der die Seele und das Herz mit dem Heiligen nährt, damit jenes Herz mit dem Licht, das Christus ist, leuchten kann. Wenn man nicht den Heiligen Geist hat, wenn man ohne den Heiligen Geist ist, dann wird jene Lampe kein Licht erzeugen (Röm 8,9). In der Offenbarung „Der Heilige Geist„, die Jesus Seinem Mädchen gegeben hat, verstehen wir dies gut. Jesus sagt: „Der Heilige Geist ist der Geist der Liebe, Er ist erleuchtendes Feuer; Er ist das Feuer, das die Seelen führt und ihnen bei ihrem Aufstieg zum Himmel hilft“ (Offenbarung Jesu an Maria G. Norcia, „Der Heilige Geist„, 13.09.1984). Das ist das Öl. Im Alten Testament war Öl ein Zeichen der Erwählung, der Segnung, der Weihe. Es war die Salbung, mit der Könige, Priester und Propheten gesalbt wurden. „Christus“, das Wort „Christus“ selbst, bedeutet „der Gesalbte“, „der Geweihte“ (Apg 10,38). Der Messias, der Christus, ist der Gesalbte, der Geweihte.

Dann gibt es diesen Hinweis auf „Mitternacht“, wenn der Ruf erscholl, der den Bräutigam ankündigt. Mitternacht steht einerseits für den Punkt der größten Dunkelheit, der dem Mittag, dem Punkt, an dem die Sonne am höchsten steht, gegenübersteht; gleichzeitig markiert Mitternacht aber auch den Beginn eines neuen Tages (Röm 13,11-12).

Und hier ist der „Ruf“: „Siehe, der Bräutigam! Geht ihm entgegen!“ (Mt 25,6). Und diese Jungfrauen standen auf. Nun wissen wir, dass das Wort „Jungfrau“, die Etymologie dieses Wortes, „Mädchen“ bedeutet. Die „Jungfrau“ führt uns also zurück zum „Mädchen“.

Es gibt ein Mädchen, das jenen stillen Ruf gehört hat, den der Himmel am 13. Juni 1947 der Menschheit hat schenken wollen (Akt des Magisteriums, „Maria G. Norcia„, 21.01.2019). Diese fünf Jungfrauen können wir in diesem Moment alle in jener Jungfrau, in jenem Mädchen, Maria Giuseppina, zusammenfassen, die das angenommen hat, was der Himmel in jenem Moment der Menschheit geschenkt hat: das Jesuskind. Sie hat jenen ersten Ruf angenommen: Siehe, der 13. Juni 1947, der Beginn des Reiches: Siehe, jenes tausendjährige Reich, von dem in der Offenbarung (Offb 20,4) die Rede ist. Das Mädchen empfängt Ihn, und in jenem Moment begegnet sein Herz der Gnade, dem Jesuskind, das es mit Seiner Gnade überflutet. Und in jenem Moment trägt es das Jesuskind, die Gnade, in seinem Herzen. Siehe, der Heilige Geist nimmt Wohnung in seinem Herzen, indem es zum Tempel des Heiligen Geistes macht (1Kor 6,19), weil es das Jesuskind aufgenommen hat, das ihm Seine Gnade geschenkt hat. In jenem Moment hat Er es mit Seiner Gnade erfüllt. Siehe, das Mädchen; siehe, die Jungfrau (Offenbarung Jesu an Maria G. Norcia, „Diejenige, die die Synthese der Propheten und der alten Patriarchen ist„, 26.07.1996). Und von jenem Moment an ist sie diejenige, die vom Himmel berufen wurde, die Verkündigungen, die anderen „Rufe“, sozusagen, zu überbringen; die Rufe, die aufeinander folgten, wurden durch ihr Herz ausgesandt, weil Jesus, der in ihrem Herzen wohnt, ihr diese Aufgabe anvertraut hat.

Und tatsächlich verkündete sie von 1975 bis 2000 der Welt das Neue Jerusalem (Offb 21,2). Siehe, ein Ruf: „Kommt, eilt herbei. Hier ist das Neue Jerusalem. Dies ist das Neue Jerusalem, das der Vater auf Erden hat errichten wollen. Dies ist der Ort der Rückkehr Jesu. Kommt, eilt herbei!“. Dann, ab dem Jahr 2000 – als sie die Ankunft jenes jungen Mannes angekündigt hatte, der ihr helfen sollte, der Gesandte Gottes, um das Geheimnis fortzusetzen –, begann eine zweite Verkündigung. Und im Laufe der Zeit zeichneten sich diejenigen, die diese Verkündigung gehört hatten, dadurch aus, dass sie entweder klug oder töricht gewesen sind, indem sie diese Einladung, diesen Ruf, diese Verkündigung hörten und bereit waren oder nicht. Es ist eine Abfolge.

So entstand dann die Mutter Kirche (Offb 12,1) – eine weitere Verkündigung, die sie jenem Jungen angekündigt hatte –, die jener Junge zusammen mit denen, die der Himmel bestimmt hatte, auch auf dieser Erde gegründet hat, damit jener Ruf viele erreichen konnte. Siehe, die angekündigte Mutter Kirche (Akt des Magisteriums, „Die wahre Kirche„, 08.05.2025), die Kirche, mit der der Vater Seinen Dritten und letzten Bund hat schließen wollen, um alles zu vollenden (Hebr 8,8-10).

Siehe, diese Verkündigungen, die sich im Laufe der Zeit aneinanderreihen; und alle wurden im Laufe der Zeit aufgefordert, bereit zu sein, zu wachen, nicht zu schlafen, nicht einzuschlafen, nicht einzunicken, sondern Öl zu haben, damit die Lampe weiterhin Licht spenden konnte. Siehe, der Heilige Geist, der vom Himmel herabgestiegen ist, der denen beigestanden hat, die im Laufe der Zeit haben treu bleiben wollen (Joh 14,26).

Sicherlich gilt dies für diejenigen, die diesen Ort in der Geschichte erlebt haben, aber diese Verkündigungen werden weitergehen, denn, wie kürzlich in einem Lehrschreiben geschrieben wurde, „die Posaune hat erschallt“ (Akt des Magisteriums, „Die Posaune hat erschallt: Dies ist der Ruf für jeden wahren Christen„, 17.08.2025). In der Offenbarung steht geschrieben, dass die Posaunen erschallen sollen (Offb 8,6), damit die Welt erwache und die Verkündigung der Zeiten höre, die sich ihrem Ende nähern. Das ist die Aufforderung, wachsam zu sein, nicht einzuschlafen, den Heiligen Geist im eigenen Herzen lebendig zu halten.

Sicherlich erinnern uns diese fünf Jungfrauen in eschatologischer Hinsicht an etwas anderes. Da ist diese „Fünf“, die wiederkehrt. Wenn wir immer an das Buch der Offenbarung, die Apokalypse, denken, kehren der Eine und die Vier wieder: fünf. In Kapitel 4 steht geschrieben: „Danach hatte ich eine Vision“ – es ist der Apostel Johannes, der spricht – „eine Tür war geöffnet am Himmel“ (Offb 4,1). Die Tür; wir werden später über die Tür sprechen. Auch dies hat eine tiefe Bedeutung, denn die Tür öffnet sich und die Kinder treten durch die Tür ein. Wer ist die Tür? „Danach sah ich und siehe, eine Tür war geöffnet am Himmel; und die erste Stimme, die ich gleich einer Posaune mit mir reden gehört hatte, sagte: Komm herauf und ich werde dir zeigen, was danach geschehen muss. Sogleich wurde ich vom Geist ergriffen. Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer. Und der da saß, war von Ansehen gleich einem Jaspisstein und einem Karneol, und ein Regenbogen war rings um den Thron, von Ansehen gleich einem Smaragd. […] Und in der Mitte des Thrones und rings um den Thron waren vier Lebewesen“ (Offb 4,1-3.6b).

Siehe, unser Kruzifix im Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit, mit diesen fünf Strahlen, die vom Heiligen Geist ausgehen und diejenigen erleuchten, die sich an diesem Kruzifix befinden; hier ist diese fünf. So wie „fünf“ die Vollendungen sind, um zur Vollendung der Vollendungen zu gelangen; wir haben bereits andere Male darüber meditiert, aber ich erinnere gerne an die fünf Vollendungen. Erstens: Liebe den Herrn, deinen Gott. Zweitens: Verfeinere deine Seele vor Gott. Drittens: Erkläre das Wort Gottes. Viertens: Freue dich vor dem Herrn, deinem Gott. Fünftens: Das Heil ist der Sieg. Wir sind am Ende dieser Vollendungen angelangt, wir erleben sie.

Siehe, also, jene Einladung – „Wacht, wacht“ –, die Jesus am Ende dieses Gleichnisses ausspricht. Wer könnte uns besser beim Wachen helfen als diejenigen, die wachen? Wer sind diejenigen, „die wachen“? In der Offenbarung ist auch von den Ältesten die Rede. Wer sind die „Ältesten“? Weiter in Kapitel 4 steht geschrieben: „Rings um den Thron standen vierundzwanzig Throne und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, in weiße Gewänder gekleidet und mit goldenen Kränzen auf dem Haupt“ (Offb 4,4). Wer sind die Ältesten? Die Ältesten sind heilige, heilige, heilige Wesen. Sie sind diejenigen, die dafür sorgen, dass der Glaube in den Herzen rein werde (Akt des Magisteriums, „Der Christliche Glaube„, 27.10.2024). Sie sind diejenigen, die über den Glauben wachen, damit der Glaube an den Einen und Dreieinigen Gott immer respektiert, geliebt und nicht verdreht werde, damit der Glaube unversehrt bleibe (1Tim 6,20). Sie wachen über das Wirken der Boten, um über den Einen und Heiligen Glauben zu wachen. Sie sind wie Hüter der offenbarten Wahrheit: Menschen der Vergangenheit, Menschen der Gegenwart und Menschen der Zukunft, diejenigen, die die Wurzeln des Glaubens an den wahren Gott verständlich machen sollen (Eph 2,20). Das sind die Ältesten.

Dann sagt Jesus zu einem bestimmten Zeitpunkt: „Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde“ (Mt 25,13). Sicher, den Tag und die Stunde kennt der Vater, aber wir kennen „den Ort“. Das Mädchen Gottes hat allen den Ort verkündet. Wenn wir also an dem Ort verankert bleiben und wachsam sind, dann wird es nicht schwer sein, bereit zu sein, wenn der Tag und die Stunde kommen, sofern wir nicht zulassen, dass uns das Öl fehlt. Und das gilt vor allem für die Welt, die diese Realität noch nicht kennt. Kommt, betretet das Neue Jerusalem (Hebr 12,22), um immer mehr bereit zu sein, wenn die Erfüllung der Erfüllungen kommen wird.

Sicher ist, dass die Kinder Gottes jene Pforte, jene Tür überschritten haben. Warum? Weil die Pforte Maria ist. Die Tür ist Maria, liebe Brüder und Schwestern. Deshalb ist Maria, wie ich letzten Sonntag gesagt habe, entscheidend für das Verständnis des Heilsplans. Maria ist die Tür. Maria hat uns die Tür geöffnet, sie hat sie uns zuvor geöffnet, sie hat uns in das Reich eintreten lassen (Lk 1,45). Sie hat uns eintreten lassen, indem sie die Tür ihres Herzens weit geöffnet hat, damit wir bereits dort eintreten, wo das Hochzeitsmahl stattfinden wird (Offb 19,9). Wir sind bereits drinnen. Wir müssen auf das Hochzeitsmahl in der Erfüllung der Erfüllungen warten, das ist wahr. Aber die Kinder Gottes haben die Tür bereits überschritten, diejenigen, die das Neue Jerusalem leben, denn Maria hat sich weit geöffnet und diejenigen hereingelassen, die leben, um es bekannt zu machen und lieben zu lassen, die sich ihrem Unbefleckten Herzen geweiht haben (Offenbarung Jesu an Maria G. Norcia, „Maria, ich weihe mich Dir„, 10.03.1986). Siehe, das Mädchen, das uns immer begleitet.

Ihr, Kinder der Mutter Kirche, wie heilige Älteste, führt die Völker aus dem Osten und aus dem Westen, aus dem Süden und aus dem Norden zum Mittelpunkt der Liebe des Vaters, wie jener Pfeil, der dem Mädchen Gottes den genauen Ort dieser Kirche, der Kleinen Wiege, des Hauses jedes Pilgers, der sich im Sohn Gottes wiedererkennt, um „Kind“ zu werden, zeigte (Röm 8,14-17).

Das ist die Reinheit des Glaubens, die in dieser Paradiesecke auf Erden immer verteidigt und offenbart werden wird. Das ist die Wiedergeburt in Maria, im Heiligen Geist: Maria, dem Tempel des Heiligen Geistes, um eintreten und aus ihrem jungfräulichen Schoß wiedergeboren werden zu können und Anteil zu haben und darin sein zu können (Joh 3,5-6). Maria. „Maria, süßer und lieblicher Name, so süß und lieblich wie der Glaube all derer sein soll, die in ihr leben wollen, um im Herzen Christi zu leben, um das Reich Gottes zu erben: ein Reich des Friedens und der Liebe; und um mit dem einzigen Licht bekleidet zu sein, das niemals erlöschen wird, jenem ewigen und immerwährenden Licht, das viele den ewigen Frieden erleben lassen wird“ (Akt des Magisteriums, „Die Posaune hat erschallt: Dies ist der Ruf für jeden wahren Christen„, 17.08.2025). Ich habe euch einen Auszug aus dem Lehramtsakt „Die Posaune hat erschallt“ vorgelesen, der von der Mutter Kirche zum Abschluss des Triduums des Hochfestes Mariä Himmelfahrt und Maria Miterlöserin dieses Jahres verkündet wurde.

Es gibt eine Verbindung zwischen dem Erschallen der Posaunen und Maria. Deshalb ist diese Kirche immer einen Schritt voraus, denn man weiß, was das Handeln des Feindes Gottes ist: Er will Maria schwächen. Deshalb immer einen Schritt voraus, um voranzukommen. Und nun sage ich: Maria ist der Tempel des Heiligen Geistes (Lk 1,35). Denkt daran. So wie in jenem Lehramtsakt, das genau „Maria ist die Tür„, „Maria, die Heilige Pforte der Kinder Gottes“ heißt und am Vorabend des letzten Weihnachtsfestes veröffentlicht wurde. Und in diesem Lehramtsakt steht geschrieben: „Eine ist die Heilige Pforte, die zum Herzen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes führt. Und ihr Name ist Maria, der liebenswürdigste und schönste Name, den es gibt. Maria, Pforte des Himmels; Maria, die Pforte, die die Kinder dazu führt, den Himmel zu sehen; Maria, die Pforte, die die Kinder in das Herz des Vaters einführt, das die Rettung ist. […] Das ist die Weihnacht Christi und Seiner Kinder. Hier ist die ‚Notwendigkeit‘, sich heute, in diesen letzten Zeiten, Maria zu weihen, um von Oben, im Geist, wiedergeboren zu werden, und sich dieser zweiten und letzten Grotte zu nähern, in der das Herz des Gottkindes schlägt, das zu Seinen Kindern herabgestiegen ist, um ihnen das neue Leben zu schenken, für die Ewigkeit. Indem die Kinder die Heilige Pforte durchqueren, werden sie von dem Heiligen Geist, der die Liebe ist, vor den Thron Gottes geführt; sie werden dort den König finden, der sie empfängt: den einzigen und ewigen König, der gut, heilig und liebevoll ist: Er, der Seine pilgernden Kinder aufnimmt; Er, der Seine Schafe aufnimmt, die sich nach Liebe sehnen; Er, der all jene aufnimmt, die nach dem Beispiel Jesu Bettler der Liebe sind“ (Akt des Magisteriums, „Maria, die Heilige Pforte der Kinder Gottes„, 24.12.2024).

Das, liebe Brüder und Schwestern, ist die „Generation der Heiligen“, wie es in einem anderen Lehramtsakt vom 23. März 2025 geschrieben steht. Dazu sind wir berufen: die Generation der Heiligen zu leben und erleben zu lassen, um dafür zu sorgen, dass Jesus uns alle lebendig und nicht tot vorfindet, nicht versunken in einen tödlichen Schlaf (Eph 5,14). In diesem Akt steht geschrieben: „Es ist gesagt und steht geschrieben: ‚Er wird kommen, zu richten die Lebenden und die Toten‘ (2Tim 4,1). Die Toten, diejenigen, die nicht an Christus, in Christus und mit Christus sterben wollten, haben bereits ihre Verurteilung erhalten. Diejenigen hingegen, die für die Sünde gestorben sind, sind bereits heilig; diejenigen, die das Haus erkannt haben, in dem der Herr Sein Zelt aufgeschlagen hat, sind bereits lebendig; diejenigen, die sich von der Eingeborenen Liebe, die Person ist, genährt haben und sich von ihr nähren, sind bereits in Christus, mit Christus und für Christus“ (Akt des Magisteriums, „Die Generation der Heiligen„, 23.03.2025).

Seht, liebe Brüder, das ist die Aufforderung, die ich euch heute erneut richte: Seid gehorsam, seid rein und seid heilig (Phil 2,15), denn das ist es, was jetzt notwendig ist. Das sind die „Jungfrauen“, von denen in diesem Gleichnis die Rede ist. Auch hier kommt uns die Offenbarung zu Hilfe, um diesen Begriff gut zu verstehen. In Kapitel 14 steht geschrieben: „Und ich sah und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und bei ihm waren hundertvierundvierzigtausend; auf ihrer Stirn trugen sie seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben“ (Offb 14,1). Hundertvierundvierzigtausend ist eine symbolische Zahl: zwölf, wie die Stämme, mal zwölf mal tausend. „Sie sind es, die sich nicht mit Frauen befleckt haben; denn sie sind jungfräulich. Sie folgen dem Lamm, wohin es geht. Sie allein unter allen Menschen sind freigekauft als Erstlingsgabe für Gott und das Lamm. Denn in ihrem Mund fand sich keinerlei Lüge. Sie sind ohne Makel“ (Offb 14,4-5). Das ist die Jungfräulichkeit, von der die Rede ist: makellos zu sein.

Lebt so, dass das Gewand, das euch gegeben wurde, weiß bleibt (Offb 3,4-5). Haltet es rein.

Sicherlich ist auch das Konzept der umfassenden Jungfräulichkeit wichtig. Ich sehe viele junge Menschen, wie immer; euch Jugendlichen sage ich: Bleibt rein, in jeder Hinsicht. Haltet auch euren Körper rein; Körper, Tempel des Heiligen Geistes (1Kor 3,16-17). Auch das ist eine Jungfräulichkeit, die es zu bewahren gilt. Für diejenigen, die verheiratet sind und im heiligen Bund der Ehe verbunden sind: Seid jungfräulich in eurer Ehe. Das bedeutet: Schenkt keine Aufmerksamkeit, keine Blicke, kein Verhalten anderen gegenüber, sondern seid demjenigen und derjenigen treu, denen ihr „Ja“ gesagt habt (Hebr 13,4). Das ist die eheliche Jungfräulichkeit, um das heilige Band der Ehe zu respektieren und es nicht zu entstellen, wie es heute viele leichtfertig tun.

Dann gibt es diese Jungfräulichkeit, die alle umfasst, die heilig sein wollen, die makellos sein wollen: Siehe, „den Willen Gottes tun“, was uns jungfräulich macht (1Joh 2,17). Siehe, das Heiligtum der Barmherzigkeit, in dem wir uns befinden. Siehe, die Kleine Wiege, das Zentrum der Barmherzigkeit Gottes (Offenbarung Jesu an Maria G. Norcia, „Das größte Heiligtum, das es gibt„, 29.09.1986), das die Herzen all derer reinigt, die gereinigt werden wollen, die Fehler begangen haben. Wer macht auf dem Weg zur Heiligkeit keine Fehler? Sorgt euch darum, Gott um Vergebung zu bitten (Ps 50). Schämt euch nicht, vor der Kleinen Wiege niederzuknien und um Vergebung zu bitten, um gereinigt zu werden und wieder jungfräulich im Herzen zu sein, um makellos zu sein. Das sind die Jungfräulichen, die bereit sind, den Bräutigam zu empfangen, nach dem Beispiel Derjenigen, die Braut, Mädchen, Jungfrau, Unbefleckt ist.

Seid gehorsam, denn Gehorsam ist das, was euch heilig macht (1Sam 15,22). Der Teufel fürchtet den Gehorsam, er, der „der Ungehorsame“ schlechthin ist. Gehorcht der Stimme des Heiligen Geistes, der zu eurem Herzen spricht, im Innersten eures Herzens. Das ist das Wichtigste, um das „Ich“ zu besiegen und den Willen Gottes zu tun. Das ist es, was Gott gefällt (Hebr 13,21). Gott leidet unter der Gleichgültigkeit, der Undankbarkeit, vor allem seitens der auserwählten Seelen; aber Er freut sich, wenn man sich selbst aufgibt, um Seinen Willen zu tun. Das lehren uns die Heiligen.

Ich lese in diesen Tagen erneut das Tagebuch von Schwester Faustina, weil es sehr erbaulich ist: das Evangelium der Barmherzigkeit, in dem diese Heilige gut verständlich macht, was Jesus gefällt. Wer sich aus Liebe aufgibt, um einzig und allein Seinen Willen zu tun, ist Gott mehr als alles andere wohlgefällig (Mt 6,10). Das bedeutet, jungfräulich, makellos zu sein: den Willen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zu tun.

Haltet den Heiligen Geist lebendig, damit dieses Öl niemals versiegt und die Lampe, die euer Herz ist, die eure Seele ist, vor Gott und vor den Menschen leuchten kann (Mt 5,16). Siehe, das Erschallen der Posaunen, das unmittelbar bevorsteht. Sie haben bereits erschallt (Offb 8,1-10), aber sie werden noch weiter erschallen (Offb 8,12-13), die Posaunen. Siehe, der Ruf, denn die Zeit der Barmherzigkeit überschneidet sich mit der Zeit der barmherzigen Gerechtigkeit (Akt des Magisteriums, „Vater, die Stunde ist gekommen„, 01.12.2024), und viele werden den Ruf hören: „Hier ist der Bräutigam“. Wer hört und sein Leben ändert, der wird gerettet werden. Wer im Lichte dessen, was geschehen wird, Gott und den Heiligen Geist noch mehr lästert, der wird in den Abgrund stürzen (Offb 9,20-21).

Bleibt daher an Maria fest verankert. Euch allen sage ich: Haltet ihre Hände fest, damit ihr sicher sein könnt, die Pforte zu durchschreiten. Maria ist die Tür. Maria, Miterlöserin und Mittlerin aller Gnaden (Akt des Magisteriums, „Wie der Name Jesu, des Erlösers, rettet, so rettet der Name Marias, der Miterlöserin„, 12.09.2021).

Lasst euch nicht von denen täuschen, die kein Öl mehr haben, die kein neues Öl kaufen können. „Geht zu den Händlern“ (Mt 25,9). Aber wer sich zum Händler gemacht hat und in dem wohnt, was früher der Tempel Gottes war, der wird kein Öl haben können, denn jenes Haus ist – wie Jesus im Evangelium sagt – „mein Haus des Gebetes ist zu einer Räuberhöhle geworden“ (Mt 21,13). Wer mit den Dingen Gottes handelt, wer um die Dinge Gottes feilscht, der wird niemals gutes Öl verkaufen können (Am 8), denn der Heilige Geist lässt sich nicht kaufen, sondern gibt sich unentgeltlich denen hin, die ihn von ganzem Herzen suchen.

Bleibt in Maria, den lebendigen Tempel des Heiligen Geistes, eingepfropft, und sie wird euch unentgeltlich niemals an Öl fehlen lassen: Sie wird es euch mit der Fülle der Liebe schenken, denn ihr Herz ist Unbefleckt (Akt des Magisteriums, „Die Unbefleckte wird siegen„, 08.12.2023) und ihre Liebe ist groß, unendlich (Lk 1,49), denn Maria ist die Miterlöserin durch Gnade (Gen 3,15); und wir verehren die Gnade und danken Gott, dass Er uns die Voll der Gnade geschenkt hat (Lk 1,28). Und so sei es.