24. Mai 2026
Hochfest Pfingsten

Evangelium: Johannes, Kap 14,16-18.26; 15,26-27; 16,7-15; 17,17-21
Homilie des Pontifex Samuel

Die Beziehung zwischen dem Göttlichen Geist und Maria
ist der Kern des Heilsgeheimnisses

„Ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird“ (Joh 14,16-17).

Das ist das Fest, geliebte Brüder, das Fest des Heiligen Geistes, der bei euch wohnt, der in diesem Haus wohnt und der in jedem von euch sein wird, je mehr sich das Herz weitet, um Ihn aufzunehmen und Ihn wohnen zu lassen, damit Sein Wort, das die Wahrheit ist, im Herzen der Kinder wohne und sie vergöttliche, denn der Heilige Geist ist Feuer, erleuchtendes Feuer, reinigendes Feuer, er ist Führung (Apg 2,3) für all jene Kinder, die sich führen lassen werden, um zum ewigen Leben zu gelangen.

Das ist das Wirken des Geistes, das in der Geschichte voranschreitet und sich in dieser besonderen Zeit offenbart, so wie es von Jesus Seinem Mädchen in der Zeit und zur rechten Zeit angekündigt wurde, als Er ihm voraussagte, dass dies das Zeitalter des Heiligen Geistes sei, aber auch die Zeit der Allerheiligsten Maria (Offenbarung Jesu an Maria G. Norcia, „Der Heilige Geist„, 13.09.1984). Und damit wollte Jesus die untrennbare Verbindung zwischen dem Heiligen Geist und der Allerheiligsten Jungfrau Maria verständlich machen: eine einzigartige Beziehung, eine untrennbare Beziehung, eine entscheidende Beziehung, um zur Rettung zu gelangen (Lk 1,35).

Nur wer in diese Wanne des Heiligen Geistes, die hier ist, eintaucht, um sich reinigen, läutern und vergöttlichen zu lassen, wird diese Beziehung verstehen können und, von Oben wiedergeboren (Joh 3,7), als reiner Geist das Geheimnis Marias, das Geheimnis der Allschönen, der Allreinen, begreifen, Derjenigen, die, mit dem Sohn vereint, rettet; und indem er ihre Hände ergreift, zum Herzen des Vaters gelangen, das Leben ist.

Das ist das Wirken des Geistes, das sich in diesen letzten Zeiten offenbart, um alle zum Heil zu führen, jene „alle“, die sich zur Rettung führen lassen wollen. Die anderen werden draußen bleiben und die Antwort hören: „Ich kenne dich nicht“ (Mt 25,12), so wie es jenen Jungfrauen erging, die Zeit verschwendeten, „die Zeit“ nicht verstanden und das Öl verloren, es aufgebraucht hatten (Mt 25,1-13). Das „Öl“, das ist der Geist: wer Ihn bewahrt und wer Ihn aufbraucht. Wer sich rechtzeitig einen Vorrat davon anlegt und wer nicht.

Selig sind alle, die, Maria folgend, dem bevorzugten Weg zum Verständnis des Geistes, sich vergöttlichen lassen, so wie Maria das erste Geschöpf war, das sich vom Heiligen Geist vergöttlichen ließ, jenem Geist, der in ihrem Herzen Seinen festen Wohnsitz genommen hat. Hier ist Maria, die in das Herz des Sohnes aufgestiegen ist, der in ihrem Herzen enthalten ist.

Das ist der Weg, geliebte Brüder, den wir alle gehen sollen, in jenem Aufstieg, schon hier und jetzt auf dieser Erde, der uns dazu führt, Maria zu erkennen, die Voll der Gnade, die Begnadete (Lk 1,28), erfüllt vom Heiligen Geist, die universale Miterlöserin (Pontifikales Dekret, „In Maria, mit Maria und für Maria„, 22.12.2019), als das größte Geschenk, das der Vater Seinen Kindern gemacht hat, damit sie sich retten können.

Notwendige Voraussetzung: sich dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen (Offenbarung Jesu an Maria G. Norcia, „Maria, ich weihe mich Dir„, 10.03.1986), um gerettet zu werden; notwendige Voraussetzung: die Verbindung und die Beziehung zwischen Maria und dem Heiligen Geist in diesen letzten Zeiten verstehen können.

Das ist der Geist der Wahrheit, von dem Jesus versprochen hat, dass Er kommen würde (Joh 16,13), um alle in voller Weise in jenem Plan der Liebe und der Erlösung bestehen zu lassen, der das Heil ist. Wer daran Anteil haben, also in dem „bestehen“ will, was dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist gehört, der muss in Maria eintauchen und sich in ihrem endlichen Herzen verlieren können, das das Unendliche in Sich trug (Offenbarung Gottes, des Allmächtigen Vaters, an Maria G. Norcia, „Die Unbefleckte wohnt in Uns„, 28.06.1983), um Seinerseits ebenfalls Unendlich zu werden.

Der Göttliche Geist offenbart sich in gleichem Maße im Herzen Jesu und im Herzen Marias. So wie es uns das Gebet lehrt, das Jesus Seinem Mädchen offenbart hat: „Göttlicher Geist, erfülle unsere Seele mit Deiner unendlichen Liebe, mach, dass unser Herz immer von der göttlichen Liebe brenne, Jesus und Maria“ (Büchlein „Das Neue Jerusalem, Land der Liebe“, Göttlicher Geist). Das ist die Göttliche Liebe: Jesus und Maria. Es ist eine Verbindung, die niemand trennen kann: zwei Herzen, verschmolzen zu einem einzigen Herzen, in der einzigen Liebe, die Vater, Sohn und Heiliger Geist ist (Akt des Magisteriums, „Wie der Name Jesu, des Erlösers, rettet, so rettet der Name Marias, der Miterlöserin„, 12.09.2021). Das ist die Liebe: Jesus und Maria.

Wenn man dies versteht, dann versteht man das Wirken des Göttlichen Geistes, der bewirken will, dass alle Menschen sich von „Tieren“ zu göttlichen Wesen wandeln. Tiere haben keine Seele, Menschen hingegen schon. Wenn Menschen ihre Seele nicht mit dem Göttlichen Geist nähren, laufen sie Gefahr, sich schlechter zu verhalten als Tiere; so wie es heute jeder sehen kann, wenn man in vielen Ländern der Welt den Blick erhebt, wo grausame Verbrechen begangen werden, die Menschen schlimmer machen als Tiere. Wer sich hingegen durch das Wirken des Göttlichen Geistes vergöttlichen lässt, der hat bereits den Weg eingeschlagen, der dazu führt, „viele kleine Jesus“, „viele kleine Maria“ zu sein. Das ist die Vergöttlichung.

Deshalb, geliebte Brüder, muss die Menschheit, um sich zu vergöttlichen, auf Maria schauen und ihr nacheifern; und sie muss zu dieser zweiten und letzten Grotte gelangen, wo sich der Heilige Geist offenbart, denn es wird nie wieder eine andere geben (Offenbarung Jesu an Maria G. Norcia, „Der Heilige Geist„, 13.09.1984). Und in dieser zweiten und letzten Grotte, der Kleinen Wiege des Jesuskindes, enthüllt und offenbart der Heilige Geist alles.

Wenn man hierher gelangt, ahmt man Maria nach, stirbt man der Welt und allem, was Sünde ist, lässt das „Ich“ sterben, damit im Herzen nur und allein der Geist Gottes sei (Gal 2,20), denn die Kleine Wiege ist vom Heiligen Geist erfüllt, und wer sich ihr nähert, wird davon empfangen, je nach der Bereitschaft seines Herzens. Nicht der Geist macht Unterschiede (Apg 10,34), sondern das Herz des Menschen: Je mehr man Maria mit den Tugenden nachahmt, die Maria auszeichnen – vor allem den Willen, den Gehorsam und die Treue –, desto mehr wird man all dies leben können.

Da ist der Wille, der die Menschen dazu bringt, so sein zu wollen, wie Gott ist. Da ist der Gehorsam, den das Mädchen Gottes in Vollkommenheit verkörpert hat: „Mach aus mir, was Dir gefällt: Dein Wille geschehe“, das bedeutet, sich zu vergöttlichen, liebe Brüder. Und hier ist die Treue, eine weitere Schlüssel-Tugend, um Maria zu verstehen, denn wer die Hand an den Pflug legt und das Reich Gottes leben will, der will nicht zurückblicken (Lk 9,62): Nicht dass man nicht „zurückblicken darf“, sondern man „will“ es nicht, denn es ist der Wille, der dich leitet, gehorsam zu sein, treu zu sein, koste es, was es wolle.

Da ist Maria: Sie ist das Vorbild, das sie uns schenkt. Da begegnet in Maria die Menschheit der Gottheit, denn Maria ist das erste Geschöpf, die Tochter, die sich durch den Sohn, das in ihrem Herzen fleischgewordene Wort (Joh 1,14), im Geist erneuern ließ; daher soll man sich in diesem Land dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen, um schon jetzt die Heiligkeit zu leben und sich vom Göttlichen Geist, der in Maria ist, erneuern zu lassen. Um sich also mit dem Himmel zu vereinen, soll man sich mit dem Unbefleckten Herzen Mariens vereinen: mit Derjenigen, die von den Händen des Vaters geformt wurde; mit Derjenigen, die seit jeher in Seinem Gedanken war; die mit dem Vater in Verbindung steht, seit der Vater sie erschaffen hat; die gesegnet ist unter allen Frauen aller Generationen (Lk 1,42.48); um so die einzige und ewige Dimension leben zu können, jene Vereinigung zwischen Himmel und Erde.

Das, liebe Brüder, ist der Weg für jeden Menschen. Und heute sage ich insbesondere: für jeden Geweihten. Heute begeht die Mutter Kirche den Tag des Christlichen Dienstes, der bewusst auf den Pfingsttag gelegt wurde und an diesem Tag begangen wird. Warum? Weil jeder, der sich Gott geweiht hat und seinen Dienst in Vollkommenheit leben will, auf Maria schauen und sich vom Heiligen Geist vergöttlichen lassen soll, indem er diese drei eben genannten Tugenden verkörpert: den Willen, den Gehorsam und die Treue gegenüber Maria und folglich gegenüber Christus.

Wie ich im Pontifikalem Dekret geschrieben habe, mit dem dieser Tag eingeführt wurde – bewusst am sechsten Ostersonntag, dem Sonntag des Evangeliums „Liebst du mich?“ (Joh 21,15-17) –, steht dort geschrieben: „Die Geweihten sind jene, die, von der Liebe Christi vereint und dem Herzen des Vaters geweiht, das Volk auf den rechten Weg, zur vollen Erkenntnis dessen führen, wer Gott ist, wer der Sohn Gottes ist, wer das lebendige Wirken des Heiligen Geistes ist, um verständlich zu machen, was es bedeutet, Gott zu leben, was es bedeutet, Gott über alles zu lieben, was es bedeutet, sich Seinem Heiligen Willen hinzugeben, um die anvertraute Mission zu erfüllen. Der Geweihte ist derjenige, der sein „Ich“ verringert, damit Gott in Seiner Essenz und Seiner Substanz in Fülle gelebt werden kann“ (Pontifikales Dekret, „Einführung des Tages des Christlichen Dienstes„, 25.05.2025).

Siehe Maria, Vorbild für alle Geweihten, für jene, die als Erste ihr Herz und ihre Tugenden verkörpern sollen, zusammen mit jedem Gläubigen, der dem Unbefleckten Herzen Mariens „geweiht“ ist, jenem Gläubigen, der wie Maria sein will, um im Herzen des Sohnes zu bestehen, wie Maria, im Bewusstsein, dass der Sohn im Herzen des Vaters ist, da Er eins mit Ihm ist (Joh 10,30). Folglich bedeutet das Bestehen im Herzen Marias, im Herzen des Sohnes zu bestehen, um im Herzen des Vaters zu bestehen.

Dies ist der Weg, den jeder Mann und jede Frau, „Christen“ und „Marianer“, gehen sollen, um zum Heil zu gelangen, um heilig zu werden (1Petr 1,15-16), um sich von der Welt zu entfernen, die heute mehr denn je voller Stolz und Hochmut ist und in wahrhaftem und totalem Ungehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes lebt. Es besteht ein völliger Gegensatz zwischen denen, die Christen sein und sich heiligen wollen, gemäß den Lehren Christi, ohne sich den „Fabeleien“ zuzuwenden, wie sie anderswo gelehrt und praktiziert werden (2Tim 4,3-4); und denen, die in dieser Welt leben – Opfer von Stolz und Hochmut –, die das Gesetz Gottes mit Füßen treten, Gesetze erlassen, die dem Gesetz der Liebe widersprechen, das Wort „Liebe“ benutzen, um die Gewissen zu täuschen, und eine „Liebe“ vorschlagen, die das Ergebnis eines Humanismus ist, der leer von Gott, aber voll von Menschlichkeit ist.

Das ist die Herausforderung unserer Zeit, liebe Brüder, die der Heilige Geist aufgegriffen und neu lanciert hat, damit diejenigen, die es sein wollen, „Christen“ und „Heilige“ bleiben können und damit eine klare Unterscheidung und Trennung zwischen denen besteht, die anderen menschlichen Philosophien folgen, die nicht in Gemeinschaft mit dem Herzen Christi stehen.

Wer von Oben (Joh 3,3) im Heiligen Geist neu geboren werden will, der weihe sich, ich wiederhole, dem Unbefleckten Herzen Mariens. So wie Jesus uns in einer anderen Offenbarung an Sein Mädchen lehrt: „Alles soll durch Meine Mutter gehen“, sagt der Meister. Wer in der Wahrheit in ihrer ganzen Fülle geweiht sein will, der höre auf das Wort Gottes, das die Wahrheit ist. „Maria, ich weihe mich Dir, damit alle, die der Vater mir anvertraut hat, mir anvertraut und mir anvertrauen wird, in der Wahrheit geweiht werden, damit sie in voller Form am Plan der Liebe und der Erlösung teilhaben, zur Ehre und zum Ruhm des Vaters“ (Offenbarung Jesu an Maria G. Norcia, „Maria, ich weihe mich Dir„, 10.03.1986). „Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien“ (Joh 8,32), sagt der Meister weiter. Er sagte dies damals, damit sich diese Worte jetzt erfüllen können.

Wer „protestiert“, sich zwar als „Christ“ bezeichnet, aber Maria nicht anerkennt, der irrt und ist des Sohnes Gottes nicht würdig. Wer glaubt, einen „orthodoxen“ Glauben zu praktizieren und zu predigen, aber nicht akzeptiert, dass der Heilige Geist vom Vater und vom Sohn ausgeht, der irrt, denn im heute verkündeten Evangelium sagt Jesus deutlich: „Wenn aber der Beistand kommt, den ‚Ich‘ euch vom Vater aus senden werde“ (Joh 15,26); es ist Jesus, der Ihn sendet, und daher geht Er vom Vater und vom Sohn aus. Wer sich als „katholisch“ bezeichnet, als Hüter der Tradition, und nicht anerkennt, dass der Heilige Geist in der Geschichte wirkt, weil er die Offenbarung für abgeschlossen hält, der irrt sich zutiefst und läuft Gefahr, nicht am Heil Anteil zu haben, auch wenn er behauptet, Jesus zu lieben. All diese werden die Antwort hören: „Ich kenne dich nicht“, so wie es den törichten Jungfrauen erging; denn wenn du das „Öl“ – den Heiligen Geist, der in der Geschichte wirkt – verlierst und ohne es bleibst, bist du in der Finsternis. Dann gibt es jene, die „modern“ sein wollen und die Religion an die „Moderne“ anpassen, dabei Dinge lehren, die dem Evangelium widersprechen, Maria als Miterlöserin leugnen und den Irrtum in die Herzen vieler Kleiner lehren und verbreiten: Sie werden ein hartes Urteil erhalten. Wie Jesus damals sagte: „Ihr blinden Führer, denn ihr selbst geht nicht hinein und lasst die nicht hinein, die hineingehen wollen“ (Mt 23,13).

Dies ist das Haus der Wahrheit, denn hier wohnt der Geist der Wahrheit, der vom Himmel herabgekommen ist. Wer an der einzigen Wahrheit des Evangeliums festhalten will, der komme hierher, um in dieses Becken, die Wanne des Heiligen Geistes, einzutauchen und von Oben wiedergeboren zu werden, sich reinigen und läutern zu lassen und die Leichtigkeit des Glaubens zu leben: einen leichten, authentischen und heiligen Glauben, um würdig zu sein, das ewige Leben als Lohn zu empfangen (Offb 2,10). Das ist das lebendige, fortwährende und pulsierende Fest, das heute in diesem Haus gelebt wird und das immer gelebt werden wird, in Christus und in Maria. Und so sei es.