15. Mai 2026
Hochfest von Maria des Neuen Jerusalem
Evangelium: Lukas, Kap 1, Vv. 39-45
Homilie des Pontifex Samuel
Maria des Neuen Jerusalem:
„Das Mysterium Marias in der Göttlichen Wesenheit“
„Selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ“ (Lk 1,45).
Das ist die wahre Seligkeit, die in Maria ist. Siehe das Fest, das wir heute begehen, das Fest der Hochzeit mit dem Himmel, das Fest von Maria des Neuen Jerusalem.
Und es hätte keinen besseren Weg gegeben, dieses Fest heute zu beginnen, als diesen Moment tiefer Ergriffenheit zu erleben, im Morgengrauen dieses Tages, beim Anblick der Armee Mariens, die Jugendlichen des Neuen Jerusalem, zahlreich herabsteigen sahen, den Heiligen Rosenkranz beteten, um die Morgendämmerung zu „durchbrechen“ und diesen Tag, dieses Fest zu beginnen, in jenem Niederwerfen vor dem Jesuskind und der Kleinen Wiege, um Maria in ihrer ganzen Fülle zu ehren.
Siehe, in diesem Monat, an diesem Tag, dem Mittelpunkt dieses Maria gewidmeten Monats, wird Maria in ihrer ganzen Fülle gepriesen, wird Maria erhöht. Siehe, die Universale Miterlöserin (Pontifikales Dekret, „In Maria, mit Maria und für Maria„, 22.12.2019). Hier ist die, die rettet: Gott rettet, Maria rettet.
Dies ist das lebendige, fortwährende und pulsierende Fest; ein Fest, das unser Herz vor Liebe zu Derjenigen höher schlagen lässt, die Mutter ist (Joh 19,26-27). Hier sind die Jugendlichen, die jungen Menschen, die Maria verehren und ihren Heiligen Monat, ihren Heiligen Tag leben. Und sie führt uns mit ihrer mütterlichen Liebe und wird uns alle dazu führen, den Tag des ewigen Ostern zu leben, der der ganzen Welt den wahren Frieden schenkt, in dieser Einpflanzung in das Heiligste Herz Dessen, der das Leben ist (Joh 15,4-5).
Dies ist der Triumph des Friedens und dies ist der Triumph der Liebe, der durch das Unbefleckte Herz Derjenigen fließt, die Mutter ist, Derjenigen, die im Gedanken des Vaters war, bevor die Zeit war.
Groß ist das Geheimnis Mariens, das wir immer mehr verstehen können, auch dank des Opfers dieser Frau, Maria Giuseppina, Derjenigen, die die Tugenden der Allerheiligsten Maria in ihrer Gesamtheit verkörpert hat.
So lässt uns der Vater dank ihres Beispiels das Geheimnis der Vorausbestimmung verstehen, von dem der heilige Paulus spricht. In einer Offenbarung, die ihrem Herzen geschenkt wurde, sagt der Vater: „Du stehst mit Mir in Beziehung, seit Ich dich erschaffen habe. Aber Ich habe dich vor der Zeit konzipiert und Ich kenne dich seit jeher“ (Offenbarung Jesu an Maria G. Norcia, „Du bist nie allein„, 28.10.1985). So hilft uns dieses Geheimnis der Vorausbestimmung, das Geheimnis Mariens zu verstehen. Der heilige Paulus sagt uns dazu: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht, denen, die gemäß seinem Ratschluss berufen sind; denn diejenigen, die er im Voraus erkannt hat, hat er auch im Voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei. Die er aber vorausbestimmt hat, die hat er auch berufen, und die er berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht“ (Röm 8,28-30).
Seht, liebe Brüder, diese Worte helfen uns, das große Geheimnis Mariens zu verstehen, des Geschöpfes, das sich durch das in ihrem Herzen fleischgewordene Wort Gottes vom lebensspendenden Geist erneuern ließ, der zu neuem Leben erweckt, reiner Geist. Maria ist also das erste Geschöpf, das im Heiligen Geist erneuert wurde. Dies ist die Vereinigung der Menschheit, die der Göttlichkeit begegnet, um sich in Dem zu verlieren, der ewig ist. Hier umarmt Maria in dem „Mach aus mir, was Dir gefällt“ die Göttlichkeit; nicht mehr Maria lebt, sondern der Heilige Geist lebt in ihr, da Er von ihrem Herzen Besitz ergriffen hat und in ihrem Herzen wohnt. Und indem sie all dies in die Tat umsetzt, gibt es in Maria kein „Ich“ mehr, sondern es wohnt in ihr einzig und allein der Heilige Geist Gottes, jener Geist, der sie vergöttlichen konnte. Dies ist Maria, die Allschöne, die Allreine, die Höchste.
Und wie der Vater uns in einer weiteren Offenbarung, die dem Herzen von Maria Giuseppina geschenkt wurde, verständlich macht, so sagt der Vater: „Siehe, die UNBEFLECKTE, Rein und ohne Makel, wohnt in UNS. In IHR ist das GÖTTLICHE MYSTERIUM unergründlich und unzugänglich“ (Offenbarung Gottes, des Allmächtigen Vaters, an Maria G. Norcia, „Die Unbefleckte wohnt in Uns„, 28.06.1983).
Niemand kann mit menschlichem Verstand dieses Göttliche Geheimnis ergründen und verstehen, das in Maria verborgen ist. Kein Theologe wird jemals in dieses Geheimnis eindringen können, das einzig und allein Gott gehört; denn wenn man sich nicht von der Menschlichkeit befreit, um die Göttlichkeit ganz und gar zu umarmen und zu leben, indem man in dem besteht, was Göttlich ist, wird man zwar das Menschliche verstehen können, aber nicht das Göttliche (1Kor 2,14).
Der Vater sagt weiter: „In IHR ist das GÖTTLICHE MYSTERIUM unergründlich und unzugänglich. Folglich ist das TRINITARISCHE MYSTERIUM über SIE ausgegossen: Göttliche KRAFT, WEISHEIT und LIEBE. Da sie als Geschöpf an diesem MYSTERIUM DER ERLÖSUNG teilgenommen hat, ist SIE die Höchste schlechthin, in der die ganze GOTTHEIT wohnt, da sie MUTTER des Eingeborenen SOHNES und Souveräne KÖNIGIN der Menschheit ist“ (Offenbarung Gottes, des Allmächtigen Vaters, an Maria G. Norcia, „Die Unbefleckte wohnt in Uns„, 28.06.1983).
Groß ist das Geheimnis, liebe Brüder, das nun verstanden, weil angenommen werden soll, indem wir denselben Weg gehen, den sie gegangen ist, damit es kein „Ich“ mehr gebe, sondern, von Oben wiedergeboren (Joh 3,3.7), reinen Geistes, in jedem der Kinder nur und ausschließlich der Geist Gottes wohne, damit jeder seinerseits „ein kleiner Jesus“ und „eine kleine Maria“ (2Petr 1,4) werde und werden könne, auf diesem Weg, der sich in der Fülle vollenden wird in dem Moment, in dem die Ewigkeit umarmt werden wird. Aber dies ist der Weg, den Maria uns vorgezeichnet hat und den nun jeder von uns gehen soll.
Der Vater sagt weiter: „Nun, in diesen letzten Zeiten, will auch SIE, die UNBEFLECKTE, ihren Sohn JESUS in den Herzen bestehen und lieben lassen“ (Offenbarung Gottes, des Allmächtigen Vaters, an Maria G. Norcia, „Die Unbefleckte wohnt in Uns„, 28.06.1983).
So vollzieht sich erneut die Mittlerschaft: Maria, die Unbefleckte, will, dass Jesus in den Herzen wohnt. Diejenige, die Ihn in ihr Herz aufgenommen hat, will nun, dass das Wort Fleisch wird und somit im Herzen ihrer Kinder wohnt (Offenbarung Jesu an Maria G. Norcia, „Maria, ich weihe mich Dir„, 10.03.1986), damit, indem Er in jenem Herzen wohnt, in den Kindern das geschehe, was in ihrem Herzen geschehen ist, damit sich die Heiligste Dreifaltigkeit ihrerseits in diese Herzen ergieße, die von Oben, der der Geist ist, wiedergeboren und gereinigt wurden.
„SIE ist es, die die Ereignisse dieser letzten Zeiten vorbereiten wird. Deshalb, Tochter, KÖNIGREICH MARIAS und KÖNIGREICH JESU. MARIA ist die Anführerin der himmlischen ARMEEN und derer, die ihr hier auf der Erde folgen. Das MYSTERIUM ist Göttlich und menschlich; aber ICH will, dass das ganze Göttliche MYSTERIUM in eurer Menschlichkeit besteht“ (Offenbarung Gottes, des Allmächtigen Vaters, an Maria G. Norcia, „Die Unbefleckte wohnt in Uns„, 28.06.1983). Darum, liebe Brüder, muss der Mensch, um sich zu vergöttlichen, dafür sorgen, dass die Göttliche Wesenheit in seinem Herzen wohnen kann.
Maria: das erste Geschöpf, das sich vergöttlichen ließ, wiedergeboren von Oben, wohin alle Gläubigen an Christus und jene, die den Kampf gewinnen werden (1Tim 6,12), indem sie fest im Glauben bleiben, gelangen werden, um – ich wiederhole es noch einmal – „viele kleine Jesus“ und „viele kleine Maria“ zu werden.
Also: Herz, Seele und Geist in der Göttlichen Wesenheit.
Das ist das Geheimnis, das sich immer mehr offenbart, damit jeder daran Anteil haben kann.
Das sind die „Geretteten“, das sind jene, die den guten Kampf kämpfen werden (2Tim 4,7) und als Sieger hervorgehen, um den Glauben festzuhalten. Das sind die „hundertvierundvierzigtausend“ (Offb 7,4), von denen in der Apokalypse die Rede ist; eine Zahl, die nicht wörtlich zu nehmen ist, sondern in ihrer spirituellen Bedeutung verstanden werden muss: Zwölf mal Zwölf mal Tausend. „Zwölf“: die zwölf Apostel Jesu, jene, die auf Thronen sitzen, um die Völker zu richten (Mt 19,28); „Zwölf“: die Sterne, die Marias Haupt krönen (Offb 12,1). „Tausend“: jene vollendete Zahl, die zu einer vollständigen und endgültigen Erfüllung all jener führt, die sich vereinen werden, um auferstehen und in Ewigkeit leben zu können.
Im Buch der Offenbarung steht geschrieben: „Und ich sah und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und bei ihm waren hundertvierundvierzigtausend; auf ihrer Stirn trugen sie seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben. […] Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier Lebewesen und vor den Ältesten. Aber niemand konnte dieses Lied lernen außer den hundertvierundvierzigtausend, die von der Erde weg freigekauft sind. Sie sind es, die sich nicht mit Frauen befleckt haben; denn sie sind jungfräulich. Sie folgen dem Lamm, wohin es geht. Sie allein unter allen Menschen sind freigekauft als Erstlingsgabe für Gott und das Lamm. Denn in ihrem Mund fand sich keinerlei Lüge. Sie sind ohne Makel“ (Offb 14,1.3-5).
Das sind, liebe Brüder, jene neuen Himmel und jene neue Erde, von denen die Rede ist, denn das Frühere ist vergangen (Offb 21,4). Nur wenn man alles Göttliche und alles Himmlische annimmt, kann man die Sprache des Himmels verstehen. „Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr“ (Offb 21,1). „Meer“: das Böse. „Neuer Himmel“, „neue Erde“: wo das Böse nicht mehr ist, weil es versunken ist. Wir sprechen von dem neuen Übergang, den das Heilige Volk Gottes, das Christus treu bleibt, erleben wird. „Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Bräutigam geschmückt hat“ (Offb 21,2).
Seht, liebe Brüder: Das Materielle vergeht; der Geist bleibt. In Maria, der Heiligen Stadt, dem Neuen Jerusalem (Offenbarung Jesu an Maria G. Norcia, „Die Heilige Stadt„, 23.06.1996), leben wir bereits eine neue Dimension, in der Himmel und Erde zu einem einzigen Wesen verschmelzen, dem Göttlichen Wesen, das dazu führen wird, auf einer neuen Erde zu leben, in einer Konsistenz, also einer Natur, die Heilig, rein und vollkommen ist.
Das menschliche Auge sieht dies jetzt nicht, der menschliche Verstand kann all dies jetzt nicht begreifen, weil er von Menschlichkeit durchdrungen ist, denn das Immanente lässt sich mit den Händen greifen, aber das Transzendente, das man nicht mit den Händen greifen kann, kann von dem nicht verstanden werden, der, voller Menschlichkeit, diese Wirklichkeit lebt. Doch in dem Moment, in dem man sich von dem, was Geist ist (Lk 24,49), umhüllen lässt, umarmt man die Transzendenz und verlässt die Immanenz, um bereits jetzt das zu betrachten, was immer und für immer sein wird.
So wird man, wiedergeboren im reinen Geist, der das ewige Leben schenkt, alle zur Natur, zur Göttlichen Wesenheit werden. Und alles wird verständlich sein, weil alles gelebt werden wird. Und dies wird der neue Alltag für alle Erlösten sein.
Das, liebe Brüder, ist die letzte und ewige Auferstehung, wie es erneut im Buch der Offenbarung geschrieben steht: „Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß, vor dessen Angesicht die Erde entfloh und der Himmel, und keine Stätte wurde für sie gefunden. Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, das Buch des Lebens. Die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren, und der Tod und die Unterwelt gaben die Toten heraus, die in ihnen waren, und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und der Tod und die Unterwelt wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen“ (Offb 20,11-15). Wer hingegen im Buch des Lebens geschrieben steht und stehen wird, der wird in Ewigkeit leben. Das ist die endgültige Auferstehung.
Selig sind diejenigen, deren Name im großen Buch des Lebens geschrieben steht (Lk 10,20): Sie werden in Ewigkeit mit Dem leben, der das Leben ist.
Das, liebe Brüder, ist die wahre Seligkeit, jene Seligkeit, die dieses Mädchen gelebt hat und die sie uns durch ihre Gabe greifbar macht.
Heute, an diesem Fest der Hochzeit mit dem Himmel, gilt unser „Dank“ diesem Mädchen, Maria Giuseppina, für ihr „Ja“.
Heute wollen wir, vereint mit ihrem Herzen, alle gemeinsam das „Ja“ zu der empfangenen Berufung erneuern, um gemeinsam wiederholen zu können: „Mach aus mir, was Dir gefällt: Dein Wille geschehe“. Das bedeutet, den Weg zur Vergöttlichung eingeschlagen zu haben: den Willen Gottes zu tun und nicht den des „Ichs“, damit Gott, der Heilige Geist, unsere Schritte leite. „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,20).
Dies, liebe Brüder, ist es, wozu auch wir nun, nach dem Vorbild von Maria Giuseppina, aufgerufen sind, damit wir bereits jetzt jenen neuen Himmel und jene neue Erde erleben können, die in ihrer Fülle werden gelebt werden. Das ist unsere kindliche und aufrichtige Verehrung Mariens.
Man kann sich nicht „kindlich und aufrichtig“ äußern, wenn man sich an jemanden wendet, der nicht mehr den Geist Christi, sondern einen Geist verkörpert, der Christus entgegensteht (1Joh 4,2-3). Das müssen viele begreifen, wenn sie in der wahren Gemeinschaft mit dem authentischen Katholischen und Universalen Glauben bleiben wollen. Hier ist unser kindliches und aufrichtiges „Ja“ zu Maria, zu ihrem Unbefleckten Herzen, um in der wahren Gemeinschaft mit Dem zu bleiben, der ist.
Hier ist das „Ja“, das heute aus diesem Haus emporsteigt, damit alle, die es hören, verstehen können, wo Gott wohnt (Offenbarung Jesu an Maria G. Norcia, „Die von Jesus bestimmte Wohnstätte„, 09.03.1997), wo Sein Geist herabgekommen ist, um das Heilige Volk, den Kleinen Rest des treu gebliebenen Israels (Jes 10,20-22), zu versammeln, damit wir gemeinsam verkünden können: „Ehre sei dem Vater und Lob sei Maria“. Und so sei es.